Landwirte legen immer mehr Beregnungsbrunnen an / Stadt beruft Ausschuss ein

Sorgen um das Wasser

Mit der Zahl der Beregnungsanlagen steigt auch die Wassermenge, die Landwirte aus dem Boden entnehmen. ·
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Mit der Zahl der Beregnungsanlagen steigt auch die Wassermenge, die Landwirte aus dem Boden entnehmen.

Visselhövede - Von Matthias Berger. In Visselhövede sind die Bürger zunehmend beunruhigt über die Vielzahl der Beregnungsbrunnen, die Landwirte in den vergangenen Jahren zur Bewässerung ihrer Felder angelegt haben. Nun will der Stadtrat in einer öffentlichen Sitzung über die Problematik informieren – und denkt bereits über Gebühren nach.

„Im Verwaltungsausschuss am Dienstag lagen uns vier Anträge von Landwirten vor“, berichtet Bürgermeisterin Franka Strehse. Demnach plant ein Kartoffelbauer einen Beregnungsbrunnen bei Delventhal. Die Wassermenge, die er entnehmen möchte, bewegt sich laut Strehse „in einer Größenordnung, die wir in Visselhövede bisher nicht hatten“. Die Rede ist von 70 Kubikmetern pro Stunde. „Das bewegt sich wohl noch im rechtlichen Rahmen“, erklärt Strehse. Demnach dürfe ein Landwirt in der Beregnungszeit von Mai bis August bis zu 70 Liter pro Quadratmeter seiner zu bewässernden Anbaufläche aus Brunnen entnehmen. „Es stellt sich allerdings die Frage, ob dieser rechtliche Rahmen noch zeitgemäß ist. Das wollen wir am 3. März in einer öffentlichen Sitzung des Landwirtschafts- und Umweltausschusses zur Debatte stellen.“

Für die Genehmigung sei der Landkreis zuständig, die Stadt Visselhövede sei lediglich gebeten worden, eine Stellungnahme abzugeben. Strehse: „Das ist das gleiche Thema wie bei den Stallbauten und Gülle-Lagunen.“ Deshalb werde die Stadt einen Vertreter des Landkreises in die Sitzung am 3. März einladen, um zu erörtern, wie viel Wasser im Gebiet Visselhövede insgesamt für landwirtschaftliche Zwecke entnommen wird. „Außerdem stellt sich die Frage, ob der Grundwasserspiegel in der Folge gesunken ist“, so Strehse.

Denn in den Ortschaften herrscht großes Unbehagen wegen der immer zahlreicher werdenden Beregnungsbrunnen. „Die Bürger sind für das Thema sensibilisiert. Mir wurde gesagt, dass die kleineren Brunnen auf Privatgrundstücken mittlerweile kein Wasser mehr fördern“, berichtet Jeddingens Ortsbürgermeister Dieter Carstens. „Man kann davon ausgehen, dass ein Beregnungsbrunnen jährlich mehr Wasser entnimmt, als ein 1000-Einwohner-Dorf im ganzen Jahr verbraucht.“

Carstens beklagt, dass die Politiker vor Ort nur unzureichend informiert würden. „Die Bürger haben Fragen, die wir ihnen nicht beantworten können. Wir bekommen das in Visselhövede gar nicht mit, was da entnommen wird. Außerdem wollen wir wissen, wie der Landkreis das prüft.“

Drei weitere Landwirte haben nach Angaben der Bürgermeisterin zudem den Antrag gestellt, Rohre im öffentlichen Wege- und Seitenraum zu verlegen, um das Wasser von den Brunnen zu den Feldern zu transportieren. „Bei der Größenordnung der Anträge ist es nötig, auch über Gebühren nachzudenken“, meint Strehse. Auch Carstens sieht darin einen Anlass, über eine Gebührensatzung nachzudenken. „Die Beregnungsanlagen sind mit Rohrnetzen verbunden, die im Bereich öffentlicher Wege und Straßen verlaufen. Dass heißt, dass städtische Grundstücke mitgenutzt werden. Wenn im Seitenraum von Kreisstraßen Rohre verlegt werden, ist das auch kostenpflichtig.“

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