Volker Meyer befürchtet negative Einflüsse im Untergrund durch Gasförderung

Die Sorge ums Wasser bleibt

Geschäftsführer Meyer zeigt auf die Bohrstelle Bötersen Z 11 über einem Seitenarm der Rotenburger Rinne. ·
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Geschäftsführer Meyer zeigt auf die Bohrstelle Bötersen Z 11 über einem Seitenarm der Rotenburger Rinne. ·

Kreis Rotenburg - Für Volker Meyer, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Rotenburg-Land, rechtfertigt die Suche und Förderung von Erdgas auf keinen Fall, dass das Trinkwasser für die Menschen im Landkreis Rotenburg und weit darüber hinaus auch nur ansatzweise gefährdet wird. Bei diesem Thema wird Volker Meyer sehr ernst: „Meine große Sorge ist, dass durch die Erdgasförderung im Untergrund Dinge passieren, die negative Einflüsse auf unser Grundwasser haben.“

Einwandfreies Trinkwasser sei ein einmaliges Geschenk. Erst vor kurzem vergrößerte der Wasserversorgungsverband seine Trinkwasserschutzgebiete: Das südliche Schutzgebiet (von Unterstedt bis nach Süderwalsede) von 931 auf über 4 000 Hektar. Das nördliche Schutzgebiet (um den Golfplatz Wümme bis einschließlich Abbendorf/Hetzwege) von 1 372 auf 1 607 Hektar. Dazwischen das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Rotenburg von 884 auf 1 422 Hektar. Rotenburg-Land versorgt etwa 80 000 Menschen, die Stadt Rotenburg hat insgesamt zirka 20 000 Abnehmer. Hinzu kommt das Wasserwerk Zeven, das etwa 22 000 Abnehmer versorgt und zu dem in Zeven-Aspe eine Reihe von Konzernen der Lebensmittelindustrie gehören. Sie alle und zusätzlich noch der Trinkwasserverband Verden schöpfen ihr Wasser aus der Rotenburger Rinne, aus der auch ein Teil der Einwohner Bremens ihr Wasser beziehen.

Aktuell geht es um das Grundwassermonitoring um die konventionelle Gasförderstelle Bötersen Z11 herum. Volker Meyer: „Der Konzern Exxon möchte am Beispiel Bötersen Z11 den betroffenen Gemeinden, Behörden und Wasserversorgern beweisen, dass für den Bereich Rotenburger Rinne keine negativen Auswirkungen auftreten. Meine Meinung ist: klare Gesetze, klare Abwägung der Umwelteinflüsse und generelle Beteiligung der Wasserbehörden und automatisch der Wasserversorgungsunternehmen.“

Bötersen Z11 liegt an einem vom Hauptvorkommen etwa acht Kilometer entfernten Nebenarm der Rotenburger Rinne. Da es sich bei Bötersen Z11 um eine vom Bergamt genehmige Bohrung handelt, stehen die Planungen von Exxon weitgehend auf rechtlich sicheren Füßen.

In einer Presseinformation von ExxonMobil nach dem bisher letzten Runden Tisch heißt es unter anderem: „Die Arbeiten für die Errichtung der Grundwassermessstellen (…) werden im Oktober/November beginnen. ExxonMobil wird in diesem Zeitraum eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten in Rotenburg anbieten. Zusätzlich wird eine Informationstafel an der Lokation Bötersen Z11 aufgestellt werden. Ergänzend sollen Flyer vor Ort über die anstehenden Arbeiten informieren. Im Anschluss an die Errichtung der Messstellen werden im Vorfeld der geplanten Frac-Maßnahme, bis etwa Mitte 2014, Proben entnommen, um den Ist-Zustand festzustellen.“

Geschäftsführer Meyer erwartet, dass jetzt, nach der Bundestagswahl, in die ganze Problematik um das Bohren nach Erdgas und eine mögliche Umweltgefährdung „wieder Bewegung hineinkommt“. Durch das Grundwassermonitoring, so Meyer, versuche Exxon „eine Beweissicherung durchzuführen“. Exxon wolle beweisen, dass es im oberen Grundwasserleiter, also im Bereich aus dem das Trinkwasser der Rotenburger Rinne geschöpft werde, zu keiner Umweltschädigung komme. · bn

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