Neujahrsempfang der Bundeswehr im Haus am Luhner Forst

„Soldatsein eine Berufung“

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Die Dienststellenleiter der Lent-Kaserne: Oberregierungsrat Hermann Linnemann (v.l.), Oberfeldarzt Dr. Markus Kretschmer, Pastoralreferent Thomas Nuxoll, Oberstleutnant Stefan Ziche, Militärpfarrer Herwart Argow und Oberstleutnant Norbert Völkl.

Rotenburg - Die Bundeswehr blickt auf ein turbulentes Jahr zurück – dies hat Oberstleutnant Norbert Völkl beim Neujahrsempfang der Lent-Kaserne im Haus am Luhner Forst deutlich gemacht. Neben den Auslandseinsätzen auf dem Balkan und in Afghanistan seien auch die Aussetzung der Wehrpflicht und die lange Zeit unklare Zukunft der Kaserne wegen der angekündigten Standortschließungen durch das Verteidigungsministerium belastend gewesen, sagte Völkl gestern.

In Anwesenheit rund von 100 Gästen aus Armee, Politik, Verwaltung und Kultur, darunter die Mitglieder des Bundestages Reinhard Grindel und Lars Klingbeil, hob Völkl die Errungenschaften des vergangenen Jahres hervor. So sei es im Sanitätszentrum Rotenburg trotz knapper Ressourcen gelungen, mehr als 20 000 Patienten aus dem Standort Seedorf zu versorgen. Darüber hinaus seien mehr als 1 500 Soldaten für den Sanitätsdienst ausgebildet worden.

Völkl verwies auf den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und den Dienstantritt seines Nachfolgers Thomas de Maizière. Parallel dazu sei die Wehrpflicht ausgesetzt worden. „Man prognostizierte der Bundeswehr einen Supergau in Bezug auf die Nachwuchsrekrutierung. Zum Glück ist dieser ausgeblieben“, lobte Völkl die Werbekampagne der Bundeswehr, mit der es gelungen sei, „uns als attraktiven Arbeitgeber darzustellen“.

Dabei gelte es jedoch zu betonen, dass das Soldatsein kein Job sei, sondern eine Berufung. Denn „man gehört zur exekutiven Macht eines Staates und hat schnell mit Tod und Verwundung zu tun.“ Bei der Auswahl des Personals müsse die Bundeswehr daher besonders auf Qualität achten. „Man kann ruhig entspannt sein, wenn angehende Soldaten in den ersten sechs Monaten feststellen, dass dies nicht ihre Berufung ist“, betonte Völkl.

Aufgrund des neues Stationierungskonzeptes des Verteidigungsministeriums befinde sich die Bundeswehr in einem Umwandlungsprozess, so Völkl, der das Konzept verteidigte: „Wir alle haben doch schon seit langem gemerkt, dass die alten Strukturen unserer Armee für eine Einsatzarmee nicht mehr tragbar waren. Es musste etwas neues her.“ Gleichzeitig lobte Völkl de Maizère, der die Strukturentscheidung transparent gemacht und die Grundprinzipien wie Funktionalität, Kosten und Präsenz in der Fläche erklärt habe. Dass der Standort Rotenburg erhalten bleibe, sei vor allem den Vorzügen der Liegenschaft Lent-Kaserne zu verdanken. Insbesondere der geringe Restinvestitionsbedarf sei ein überzeugendes Argument in Gesprächen mit den Verantwortlichen des Verteidigungsministeriums gewesen.

Einen feierlichen Rahmen gab dem Neujahrsempfang die Andacht von Pastoralreferent Thomas Nuxoll und Militärpfarrer Herwart Argow. · ber

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