Statt Lagerhalle baut Firma Vaho Photovoltaik-Anlage / Politiker verschnupft

Solar-Park auf begehrtem Grundstück ist in Betrieb

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Die Vaho-Chefs Jörg Hoffmann (l.) und Henning Vajen haben bei ihrer Firmenpolitik eine Kurskorrektur unternommen.

Visselhoevede - Von Jens WietersVISSELHÖVEDE · Im Visselhöveder Gewerbegebiet ist der erste Solar-Park am Stromnetz. Die Firma Vaho handelt an der Handelsstraße eigentlich mit Öl und anderen Schmierstoffen, seit Silvester auch mit Strom, der durch eine riesige Photovoltaikanlage erzeugt wird. Die Brisanz an der Geschichte: Die Visselhöveder Politik hatte dem Verkauf des städtischen Grundstücks eigentlich mit dem Wissen zugestimmt, dass Vaho dort eine Lagerhalle für Expansionszwecke baut.

Denn ein anderes örtliches Unternehmen hatte ebenfalls Interesse an der Fläche, um sein hinter dem Grundstück beginnendes Verwaltungsgebäude zu erweitern.

Im vergangenen Herbst hatte der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) aber einstimmig beschlossen, den Vaho-Chefs Jörg Hoffmann und Henning Vajen das Grundstück zu überlassen, weil der Betrieb hinsichtlich einer Lagerhaltung expandieren wollte. „Und die Verhandlungen mit dem Unternehmen sind schon weit fortgeschritten und die andere Kaufanfrage kam sehr spät“, hieß es damals aus den Reihen der Politik.

Angesichts der etwas brisanten Grundstücksproblematik hätte auch CDU-Fraktionschef Dieter Carstens es „natürlich besser gefunden, wenn Vaho die Halle zwecks einer betrieblichen Erweiterung jetzt gebaut hätte statt der Photovoltaikanlage“, aber man müsse die unternehmerische Entscheidung, die „wohl sehr kurzfristig erfolgte“ respektieren. „Denn das ist nicht mehr Sache der Politik“, so Carstens.

Lothar Cordts (SPD-Fraktionschef) fühlte sich schon „in gewisser Weise gelinkt“, als dem neuen VA zum Jahreswechsel die Kursänderungen der Firma Vaho mitgeteilt wurde. „Aber es wurde uns auch glaubhaft versichert, dass die Firma jetzt die Möglichkeit nutze, Vergütungen zu kassieren, und dass die Halle später gebaut werde.“

„Nur aufgeschoben,

nicht aufgehoben“

Enno Precht (Grüne) hatte in einer öffentlichen Ratssitzung als einziger gegen den Verkauf des Grundstücks an Vaho gestimmt – und steht auch jetzt noch dazu: „Man hätte damals durch entsprechende Gespräche sicher eine Lösung für beide Interessenten herbeiführen können.“ Aber gerade für diese Themen sei dringend eine verbesserte Kommunikation zwischen Verwaltung und Unternehmern nötig, so Precht. Grundsätzlich finde er es als Grüner natürlich gut, dass auf dem Gelände nun Strom aus Sonnenlicht produziert werde.

Die Energie wird an diesem Standort übrigens besonders vergütet, denn entlang von Bahntrassen gibt es mehr Geld für Strom aus Photovoltaikanlagen. Und bis zum 31. Dezember 2011 auch noch einige Prozentchen mehr als in diesem Jahr. Darum wurde auch am Silvestertag auf der Baustelle noch geschraubt, damit die Anlage pünktlich zum Jahreswechsel fertig wurde.

Das Thema Lagerhalle ist damit aber offenbar nicht vom Tisch. „Denn eine Photovoltaikanlage war sowieso auf dem Dach der Halle geplant. Aber durch besondere Umstände innerhalb unserer Firma verzichten wir vorerst auf den Neubau und haben zunächst die Stromerzeugungsanlage gebaut“, so Vaho-Chef Jörg Hoffmann. Den Vorwurf, dass er bei den Verhandlungen mit den Kommunalpolitikern und der Verwaltung vielleicht nicht ganz mit offenen Karten gespielt haben könnte, weist Hoffmann zurück: „Wir haben jetzt ganz einfach ein neues Geschäftsfeld entdeckt, das wir nutzen wollen. Das wurde dem VA auch mitgeteilt. Und außerdem: Der Hallenbau ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben.“

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