Arbeiten an der Wümme in Hellwege gehen zügig voran / Bauende bis Weihnachten

Sohlgleite nimmt Formen an

Volker Mattausch
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Volker Mattausch, Geschäftsführer von Mittelweser Tiefbau (v.l.); Werner Kochta, Leiter der Betriebsstelle Verden des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz; Heiner Lange, Wümmewasserverband unterhalb Rotenburg; Wolfgang Harling, Bürgermeister; Gerhard Lohmann, Verbandsvorsteher Unterhaltungsverband Mittlere Wümme und Gitta Twiefel, Geschäftsführerin Kreisverband des Wasser- und Bodenverbände im Gebiet der Wümme, neben der neuen Sohlgleite. ·

HELLWEGE · „Ich bin wirklich froh, dass wir die alte Schleuse los sind“, erklärte Hellweges Bürgermeister Wolfgang Harling beim Pressegespräch an der Wümme. Dort, wo früher das marode Bauwerk stand, ist nun ein Bagger dabei, Steine und Schlamm aufzuschichten.

„Wir haben vor vier Wochen mit den Arbeiten für die Sohlgleite begonnen“, schildert Werner Kochta, Leiter der Betriebsstelle Verden des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Mit dem Bau sollen in Zukunft Fische und Makrozoobentos (tierische Organismen, wie zum Beispiel Krebse oder Insektenlarven) ungehindert durch die Wümme wandern können. „Vorher waren die Fische durch die Schleusen beschränkt und konnten nur von einer zur anderen schwimmen“, so Gerhard Lohmann, Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Mittlere Wümme. Das soll sich mit der Fertigstellung der Sohlgleite, je nach Witterung voraussichtlich bis Weihnachten, ändern.

Die Planungen für den Bau haben zwei Jahre in Anspruch genommen und etwa 14 000 Euro gekostet. Für die gesamte Anlage veranschlagt der Träger, der Unterhaltungsverband Mittlere Wümme, 270 000 Euro. Allerdings kommen 90 Prozent der Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), Ziel eins: Fließgewässerentwicklung. Der Rest kommt aus einem Topf des Landkreises. Im Zuge der Maßnahme wird ein neuer Wümmearm rechts neben dem alten angelegt. In diesem befindet sich dann die 80 Meter lange Sohlgleite, deren Breite so ähnlich wie die Wümme sein wird. „Damit aus dem alten Wümmearm kein stehendes Brackwasser wird, bauen wir noch eine Rohrklappe ein, dann bleibt das Gewässer weiterhin in Bewegung“, betont Lohmann. Zwischen neuem und alten Flusslauf entsteht im Zug der Baumaßnahmen eine Insel, die über einen Damm mit dem Ufer verbunden ist und auf die Wildtiere zurückziehen sollen. „Aber an der Insel werden wir gar nichts machen. Wenn da Bäume wachsen, dann ist gut und wenn nicht dann nicht“, so Lohmann.

Als Ausgleich für die ehemalige Schleuse V ist übrigens eine Brücke geplant, damit die Radfahrer auch weiterhin über die Wümme kommen. „Wir werden da auf jeden Fall was machen, vielleicht eine Hängebrücke. Aber nicht vor dem Jahr 2014“, sagt Bürgermeister Harling. Damit die Gemeinde die Kosten nicht allein tragen muss, will sie auch die Naturschützer mit ins Boot holen. · ban

Eine Insel für

die Wildtiere

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