Konzern gibt Entwarnung / Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Söhlingen Z 5: Laut Exxon war es der Blaue Erlenblattkäfer

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Die Gasbohrstelle Söhlingen Z 5 steht derzeit unter genauer Beobachtung. ·

Rotenburg - Von Matthias BergerSÖHLINGEN · Ein „Säure-Regen“ soll im Zuge der Fackelarbeiten an der Gasbohrstelle Söhlingen Z 5 anwesende Bürger verletzt und die Umwelt im Umkreis der Anlage geschädigt haben.

Nun gibt es Entwarnung: Untersuchungen des Bodens und der Pflanzen hätten gezeigt, dass „zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestand“. Die Entwarnung kommt jedoch nicht von offizieller Seite, sondern vom Betreiber selbst, dem Energiekonzern „ExxonMobil“.

Für die Staatsanwaltschaft Verden, bei der die betroffenen Bürger Anzeige erstattet hatten, ist der Fall noch nicht erledigt. „Wir haben zwar die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen, die unterhalb der Grenzwerte liegen, die Testergebnisse der Pflanzenproben liegen uns aber noch nicht vor“, erklärt Staatsanwalt Lutz Gaebel. Das mit der Beprobung beauftragte Landesbergamt will sich nicht äußern. „Wir leiten unsere Untersuchungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft weiter. Mehr werde ich dazu nicht sagen“, so Referatsleiter Rochus Rieche.

Auskunftsfreudiger ist dagegen „ExxonMobil“. In einer Mitteilung verkündet der Konzern, er habe Pflanzen- und Bodenuntersuchungen durch „unabhängige Sachverständige“ veranlasst. Nach Informationen der Kreiszeitung handelt es sich dabei um das Chemisch-Technische Laboratorium Luers KG aus Bremen und den Sachverständigen der Landwirtschaftskammer, Glenn Mahlstedt.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Blatt- und Pflanzenschäden im Umfeld der Förderplätze (neben Söhlingen Z 5 ist auch Söhlingen-Ost Z 1 betroffen) „standort- und arttypisch und damit natürlichen Ursprungs“ seien. So sei der Blaue Erlenblattkäfer für Fraßschäden an Erlen verantwortlich, Ampfer weise die typischen Pilzflecken auf. Auch die Bodenuntersuchungen hätten gezeigt, dass sowohl die Werte für Kohlenwasserstoffe und Benzol als auch der Quecksilber-Gehalt unter den Grenzwerten der Bodenschutzverordnung liegen. Jochen Kaliner, Exxon-Betriebsleiter in Söhlingen: „Ich hoffe, dass die Untersuchungsergebnisse helfen, die Sorgen zu nehmen.“

Für Denis Schimmeyer haben die Ergebnisse dagegen keine Aussagekraft. Der Wittorfer war bei den Fackelarbeiten Anfang April vor Ort und hatte Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. „Um wirklich Entwarnung geben zu können, müsste während der Abfacklung getestet werden“, meint Schimmeyer. Eine Möglichkeit, die nach Angaben von Pressesprecher Klaus Torb mittlerweile auch „ExxonMobil“ in Erwägung zieht.

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