Sittensens Bürgermeister ist nicht überzeugt / „Keine ,Show‘, sondern Resozialisierungsversuch“

RTL antwortet auf Kritik an Koch-Show

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Sittensen - Heute, Montagabend, läuft die nunmehr dritte Folge der RTL-Koch-Show „Henssler hinter Gittern“. Dass der Promi-Koch Steffen Henssler dabei in der JVA Bremen-Oslebshausen auch mit einem der Haupttäter der „Lin-Yue“-Morde von Sittensen zusammenarbeitet, hat in den vergangenen Wochen heftige Kritik hervorgerufen. TV-Hilfskoch Van Hiep V. war für seine Beteiligung am Siebenfach-Mord von 2007 zu 14 Jahren Haft für Raub mit Todesfolge verurteilt worden.

Sittensens Samtgemeinde-Bürgermeister Stefan Tiemann hatte in der vergangenen Woche einen Brief an RTL und Steffen Henssler persönlich geschrieben. Darin brachte er sein Entsetzen über die mehrteilige Sendung zum Ausdruck. Nun hat er eine Antwort von RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer erhalten.

Darin schreibt die Redakteurin, dass RTL den Standpunkt des Samtgemeinde-Bürgermeisters sehr gut nachvollziehen könne, da in Sittensen als betroffene Gemeinde, in der dieses schreckliche Verbrechen stattgefunden habe, die furchtbaren Bilder bestimmt noch vor Augenseien.

„Es lag uns fern, die Gefühle der Angehörigen und Freunde der Opfer zu verletzen. Es sei Ihnen versichert, dass wir in keiner Weise vorhatten, in der Sendung ’Henssler hinter Gittern‘ Straftätern eine Bühne zu geben. Es ist auch keine ’Show‘, sondern es ist die Dokumentation eines Resozialisierungsversuchs“, schreibt Anke Eickmeyer in ihrem Brief.

Bei der Sendung handele es sich um eine Dokumentation, in der der Hamburger Starkoch Steffen Henssler einer Gruppe von zumeist ungelernten Strafgefangenen das Kochen beibringen will. Nicht zuletzt wolle Steffen Henssler den Straffälligen so mögliche Perspektiven für die Zeit nach der Haftentlassung aufzeigen. Insgesamt elf Strafgefangene seien zu Beginn des Experiments von Steffen Henssler dabei – mit Straftaten von Diebstahl bis zu Raub mit Todesfolge.

„Der Häftling, der wegen Raub mit Todesfolge im Gefängnis sitzt, und dessen Teilnahme an diesem Resozialisierungsprojekt von Ihnen kritisiert wird, ist ein Mitglied der elfköpfigen Gruppe. Er nimmt keine hervorstechende Rolle in dem Projekt ein – sprich: Er ist kaum zu sehen“, lässt die RTL-Mitarbeiterin den Verwaltungschef aus Sittensen abschließend wissen.

Stefan Tiemann ist wenig beeindruckt von diesem Schreiben, er habe sich mehr davon versprochen. „Das sieht für mich nach einem Standard-Brief aus“, so der Sittenser. Bei den Bürgern, in der Politik und bei der Polizei stößt die Koch-Show ebenfalls auf Unverständnis. Auch wenn die Landesmedienanstalt nach der Kritik keinen Grund sieht, die Sendung zu beanstanden, bleibt die Aufregung.

kvf/mk

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