Zwei Operationssäle für Spezialisten

Wiedaugrund-Pferdeklinik zieht von Rotenburg nach Sittensen

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Den Rotenburger Tierarzt Jens Körner zieht es mit seinen Partnern nach Sittensen.

Sittensen - Von Jakob Brandt. Im Sittenser Gewerbegebiet Nord tut sich was. An der Karl-Benz-Straße entsteht in Kürze eine Spezialklinik für Pferde. Es ist die Wiedaugrund-Tierklinik, die mit allem Drum und Dran von Rotenburg nach Sittensen zieht. Nur den Namen nehmen die Tierärzte nicht mit. „Hanseklinik für Pferde“ wird künftig am Eingangstor zu lesen sein.

Die einst am Rotenburger Ortsrand am Stockforthsweg gebaute Tierklinik befindet sich heute mitten in einem Wohngebiet. Erweiterungsmöglichkeiten sind dort nicht gegeben. Platz aber brauchen die Spezialisten für Augenheilkunde, Sportmedizin und Atemwegserkrankungen beim Pferd. Weil die Klinik floriert, wollen die drei Inhaber, Dr. Jens Körner, Dr. Stephan Leser und Dr. Olivier Brandenberger, den Betrieb ausbauen und auf den modernsten Stand bringen.

Körner und Leser hatten 2014 massive Kritik am Vorgehen der Stadt Rotenburg geäußert, das Neubaugebiet am Stockforthsweg zu erschließen. Die Pferdeklinik und die angeschlossene Kleintierpraxis, die von Körners Eltern geführt wird, sahen sie in ihrem Bestand gefährdet – durch den Verlust von Wirtschaftsflächen und höhere behördliche Auflagen. Die Kleintierpraxis ist mittlerweile ins Stadtzentrum gezogen, die Pferdeklinik verlässt Rotenburg ganz. Körner damals: „Es ist unverständlich, dass Stockforthsweg mit Gewalt durchgeboxt werden soll.“

So wird die Spezialklinik für Pferde in Sittensen aussehen. Im Vordergrund ist das Verwaltungsgebäude zu sehen, dahinter befinden sich zwei Operationssäle und vier Untersuchungsräume. Im hinteren Bereich sind 20 Pferdeboxen und eine kleine Longierhalle geplant.

In Sittensen haben die Veterinärmediziner das passende Grundstück gefunden – und gekauft. „Wir freuen uns, dass die Gemeinde zugestimmt hat“, sagt Olivier Brandenberger. „Am neuen Standort haben wir die Möglichkeit, auf qualitativ hohem Niveau in Ruhe arbeiten zu können.“ Das knapp 11 000 Quadratmeter große Grundstück biete zudem die Möglichkeit, die Klinik später einmal erweitern zu können.

Außerdem sei die Nähe zur Autobahn ideal. „Künftig müssen die Leute nicht mehr mit dem Anhänger durch die Stadt rollen. In Sittensen brauchen sie nur von der Autobahn abzufahren, und nach ein paar hundert Metern sind sie bei uns.“ Brandenberger ist zudem überzeugt, dass Sittensen bekannter ist als Rotenburg.

Eröffnung für Anfang 2019 geplant

Alles in allem sind die Tierärzte mit dem neuen Standort rundum zufrieden. Wenn das Wetter es zulässt, kann es mit den Bauarbeiten losgehen, denn die Planung ist abgeschlossen, die Baugenehmigung liegt vor, und mit der Sittenser Firma Poort-Bau ist auch ein Generalunternehmer gefunden. Baubeginn, sagt Brandenberger, wird vermutlich Ende Februar sein. Die Eröffnung ist für Anfang 2019 geplant. In Sittensen werden den Tierärzten zwei Operationssäle zur Verfügung stehen. In einem der beiden sollen dann beispielsweise hochsterile Operationen am Auge und am Kehlkopf durchgeführt werden. Statt in einem können die Tierärzte die Pferde künftig in vier Räumen untersuchen.

Darüber hinaus wird es ein kleines Verwaltungsgebäude mit Büros, Empfang und einem Nachtdienstzimmer geben. 20 Pferdeboxen und eine kleine Longierhalle runden das etwa zwei Millionen teure Bauvorhaben ab. In Rotenburg stehen derzeit nur 13 Boxen zur Verfügung. „Und die sind immer voll“, sagt Brandenberger. Momentan beschäftigt die Pferdeklinik acht Tierärzte, künftig wird es einer mehr sein. Die Gesamtbelegschaft zählt 25 Personen.

Kehlkopfpfeifer-Operation am stehenden Pferd

Die Klinik leiten drei Ärzte. Körner, Spezialist für Orthopädie und Sportmedizin, hat den Betrieb vor Jahren von seinem Vater übernommen und zu einer Spezialklinik für Pferde ausgebaut. Leser stieß vor fünf Jahren dazu. Sein Spezialgebiet ist die Augenheilkunde. Brandenberger ist Experte in Sachen Kehlkopfoperationen. 

Der 30-Jährige hat in seiner Heimat, der Schweiz, studiert und ist dann nach Frankreich gegangen. Fünf Jahre lang arbeitete er in Paris an einer der besten Kliniken Europas. „Die Klinik hat einen exzellenten Ruf“, sagt der Schweizer, „deshalb wollte ich unbedingt dorthin.“ Bei Dr. Rossignol lernte er unter anderem die Kehlkopfpfeifer-Operation am stehenden Pferd. Vor einem Jahr kam der Schweizer nach Rotenburg und beteiligt sich jetzt am Unternehmen. - zz

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