Fahrer aus vier Vereinen in Vierden mit am Start

47 Stockcars pflügen über einen Acker

Helle Aufregung: Ein Wagen landet auf dem Dach und fängt Feuer. Der Fahrer kann unversehrt aus dem Auto steigen, doch das Rennen ist für ihn beendet. Die Feuerwehr ist vor Ort, das DRK ebenfalls – letztendlich müssen sie aber beide nicht eingreifen. - Fotos: Menker

Vierden - Von Guido Menker. Die äußeren Bedingungen könnten zum Saisonstart kaum besser sein. Die Sonne scheint, die Temperaturen bewegen sich auf die 20-Grad-Marke zu, und zahlreiche Zuschauer säumen das rund 360 Meter lange Oval auf einem Maisfeld in Vierden. Rettungswagen, Feuerwehr und mehrere Trecker stehen bereit – für den Fall der Fälle.

Denn beim Stockcar-Rennen kracht es im Minutentakt, wenn sich die Blechlawine auf dem Rundkurs durch den schweren Boden schraubt. Im Fahrerlager herrscht ein wenig Festival-Atmosphäre. Gartenstühle und Pavillons, Wohnwagen und Grills aus alten Waschmaschinentrommeln – die 47 Teilnehmer dieses ersten Laufs um die nordwestdeutsche Meisterschaft haben sich eingerichtet. Männer liegen unter ihren Karossen, nehmen finale Einstellungen vor oder versuchen krampfhaft, letzte technische Probleme zu lösen. Überall liegen Werkzeugkoffer, Reifen und Ersatzteile bereit.

Die Stockcars pflügen den Acker, auf dem im vergangenen Jahr noch Mais gewachsen ist.

Gerade ist eines der Rennen an diesem Wochenende zu Ende gegangen. Trecker ziehen über die Bahn und bereiten die Piste für den nächsten Durchgang vor. Am Imbisswagen findet die Currywurst zum Frühstück reißenden Absatz, Kinder toben derweil auf der Hüpfburg im Zelt. Stockcar-Rennen als Familienprogramm. Man trinkt Bier und macht es sich an der Strecke in Campingstühlen gemütlich. Der Renn-Sprecher bereitet die Fans dieses außergewöhnlichen Motorsports auf das weitere Programm vor. Und Toni Reichenbach von den gastgebenden „Outsiders“ findet zwischendurch ein wenig Zeit, um über diese Show zu sprechen. „Wenn man einmal damit angefangen hat, kommt man nicht mehr davon los“, sagt er. Mehrmals schon habe er sich davon verabschieden wollen – geklappt hat es nicht. Vielleicht wird es auch den Jugendlichen so gehen, die in der Klasse 4 an den Start gehen.

Der Laie gerät ins Staunen. Da stehen Autos, die rein äußerlich ein Fall für die Schrottpresse sind. Keine Scheiben, keine Beleuchtung und innen gibt es nur einen Fahrersitz. Gemütlich geht anders. Schön auch. Aber beides spielt keine Rolle. Es geht um Punkte. Und die bekommen die Teilnehmer – diesmal sind fünf Damen dabei – für jede absolvierte Runde, vor allem aber fürs Crashen. Ziel ist es, die Gegner aus der Bahn zu werfen. Wer einen anderen Wagen aufs Dach legt, räumt richtig ab. Doch manchmal ist nicht viel nötig, um die Stockcars auszubremsen. Manchmal qualmt der Motor, hin und wieder verlieren die Karossen ein Rad. Dann kommt der Trecker zum Einsatz, schleppt ab oder nimmt die Karre auf die Gabel. Wer bremst, verliert.

Und so geben alle Vollgas. Gefahren wird eine vorgegebene Zeit. Doch angesichts der zahlreichen Unterbrechungen zum Abschleppen der „verunglückten“ oder einfach stecken gebliebenen Wagen nimmt das Gefühl zu, dass die Trecker am meisten leisten. In den Pausen fließt also weiter das Bier, es gibt Popmusik und die Kinder hüpfen munter weiter.

Stockcar-Rennen in Vierden

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