Till Petersen über seine Erfahrungen als junger Fotograf und Hobby-Blogger

Spontanität macht den Unterschied

Der junge Fotograf und Blogger Till Petersen geht am liebsten in den Wald, um die Natur mit seiner Kamera festzuhalten. Dabei ist alles so spontan wie möglich. „Ich fotografiere das, woran mein Blick hängen bleibt“, sagt er.

Kalbe - Von Jessica Ginter. Strände, Wälder, Blumenwiesen – Natur! Dort fühlt Till Petersen sich wohl. Beim Fotografieren von Landschaften finde er zur Ruhe, sagt der 18-Jährige. Seit mehr als fünf Jahren steht der Fotograf hinter der Kamera und darf sich seit Kurzem auch Blogger nennen. Seine Bilder entstünden spontan – „das hebt mich und meine Fotografien von anderen ab“.

Der Schüler investiert viele Arbeitsstunden in seinen Blog.

Im Urlaub ab ans Meer oder in der Freizeit mit dem Fahrrad in Richtung Wald. Mit seiner Kamera hält Petersen alles fest. „Die ist eigentlich immer dabei.“ Gerne widmet er sich der Natur und hat Landschaften am häufigsten vor seiner Linse. Das sei ein guter Ausgleich zu seinem Alltag. Während der 18-Jährige beim Fußball wöchentlich seine Teamfähigkeit unter Beweis stellt, kann er beim Fotografieren für sich sein und zur Ruhe finden, erklärt der Eichenschüler. Emotionen versucht er eins zu eins mit seiner Kamera aufzunehmen. Spontanität und Natürlichkeit seien ihm wichtig. „Ich verfälsche nichts“, sagt der junge Fotograf. Mit seiner Canon fange er alles ein, woran sein Blick hängen bleibe. Deshalb benutzt Petersen für die Bearbeitung seiner Werke auch kein Photoshop. „Ich versuche, den Bildern den Charakter zu verleihen, den sie mir in dem Moment der Aufnahme vermitteln.“

Seine Leidenschaft begann der Eichenschüler 2011 zu entwickeln. Der damals 13-Jährige, mit Wohnsitz in Kalbe bei Sittensen, hatte sich zu Weihnachten eine Kamera gewünscht. Kurze Zeit später war klar: „Das reicht mir nicht.“ Pünktlich zur Konfirmation konnte Petersen sich dann eine qualitativ hochwertigere Kamera (seine Canon EOS 6D) leisten.

So weit, so gut. Doch aus der bloßen Fotografie an sich und der Leidenschaft zu dieser, entstand vorerst eine eigene Facebook-Seite und daraus ein eigener Blog. Seine Leser-Zahlen könne er schlecht einschätzen, doch das soziale Netzwerk Facebook macht es eindeutig: Mit seinen mehr als 680 Daumen nach oben erreicht Petersen viele Menschen, die sich für seine Beiträge und Bilder interessieren. „Es freut mich, die Klickzahlen sind allerdings nicht von großer Bedeutung für mich.“

Seit einem halben Jahr hat Petersen nun seine eigene Internetseite. Auf dieser teilt er rund alle zwei Wochen Bilder und Texte mit seinen Lesern. Für einen Blog-Post, also einen Eintrag auf seiner Seite, abhängig vom Umfang, brauche er zwischen sechs und zwölf Stunden. „Irgendwann kamen dann auch Leute auf mich zu und haben für verschiedene Projekte angefragt“, erinnert sich der Fotograf.

So kam es dann dazu, dass Petersen in diesem Jahr beispielsweise zum vierten Mal in Folge die Fotos beim Oakfield Festival in Elsdorf schießt. Auch für das „Couch“-Magazin hatte der junge Mann bereits gearbeitet. Sein aktuelles Projekt: Eine Reportage zur Sanierung einer Tischlerei. „Die Serie wird dann auf meinem Blog zu sehen sein“, kündigt er an.

Obwohl Petersen erst am Anfang seiner Karriere steht, haben es seine Werke sogar bereits in eine Ausstellung geschafft: In der Rotenburger Cohn-Scheune wurden die Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Konzentrationslager in Auschwitz einen Monat lang der Öffentlichkeit präsentiert. „Das war ganz spontan. Ich habe dort einfach mal nach unserem Klassenausflug in Auschwitz angefragt“, erklärt er. Für Petersen steht jedoch fest: „Es soll nur ein Hobby bleiben.“ Aus diesem Grund beginnt der Abiturient im Herbst dieses Jahres ein duales Studium zum Bauingenieur, und kann sich nicht mehr so intensiv der Fotografie widmen.

Trotzdem freue sich der Eichenschüler auf Anfragen für Projekte und Kooperationen. „Das Fotografieren soll eine Leidenschaft bleiben, und kein Full-Time-Job sein.“ Die Kamera wolle Petersen nur zücken, wenn ihm danach sei. Eben treu seinem Motto: Ganz spontan bleiben.

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