Info-Veranstaltung zur Tarifauseinandersetzung in der Diakonie

„Seit zwei Jahren hinken wir der Entwicklung hinterher“

Rotenburg - Die letzte Erhöhung der Einkommen in der niedersächsischen Diakonie hat es vor fast genau zwei Jahren gegeben. Das waren 1,5 Prozent. Doch den Mitarbeitern und ihren Vertretern geht es nicht einfach nur um bessere Vergütungen. Sie wollen einen Tarifvertrag – ganz so, wie es außerhalb der Diakonie eigentlich üblich ist.

Die Forderung ist nicht neu, aber die Diskussion wirkt wie festgefahren – für Außenstehende ebenso, wie für die betroffenen Mitarbeiter der Diakonie, von denen es in Rotenburg mehr als 3 500 gibt. Die Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen in den diakonischen Werken in Niedersachsen AG-MAV und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di laden vor diesem Hintergrund für Montag, 20. Februar, zu einer Informationsveranstaltung in den Burfeindsaal im Mutterhaus ein. Von 17.30 Uhr an referieren dort dann Manfred Freyermuth, Vorsitzender der AG-MAV, und Annette Klausing von ver.di über den Stand der Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern. Die Veranstaltung ist öffentlich, jeder Interessierte kann daran teilnehmen. Das berichteten Rainer Nagel und sein Kollege Tobias Merz von der Mitarbeitervertretung der Rotenburger Werke. „Wir sind aber auch Mitglieder der Tarifkommission für den tariflichen Bereich“, so Nagel. Die sei nämlich inzwischen von ver.di gegründet worden, werde aber von den Vertretern der Arbeitgeberseite nach wie vor nicht akzeptiert. Sie hielten am dritten Weg fest, wenn es um die Verhandlungen über die Bezahlung der Mitarbeiter in der Diakonie geht. Bis zum April vergangenen Jahres hatten Vertreter beider Seiten in der sogenannten arbeitsrechtlichen Kommission an einem Tisch gesessen und verhandelt. „Diese Kommission existiert seit dem 30. April 2011 aber nicht mehr“, erklärten Nagel und Merz gestern im Gespräch mit der Kreiszeitung. Die Arbeitnehmervertreter hätten sie verlassen – und wollen auch nicht zurückkehren, sondern stattdessen eine im Prinzip ähnlich besetzte Tarifkommission entsenden und über einen richtigen Tarifvertrag sprechen. Nicht nur, „weil wir der Lohnentwicklung seit zwei Jahren hinterherhinken, während fast alle Gewerkschaften rund sechs Prozent mehr fordern“, so Nagel. Nein, von einem Tarifvertrag versprechen sich er und seine Kollegen auch einen Vorteil, um den diakonischen Einrichtungen bei der Refinanzierung ihrer Angebote eine bessere Position zu verschaffen. Ihre Hoffnung liegt nun auf der Landessynode am 10. März in Hannover.

Dort werden sie demonstrieren. Zuvor sind Gespräche mit den Landessynodalen geplant, um diese zu einer Kirchenrechtsänderung zu bewegen. · men

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