Rotenburger Initiative ist nach wie vor gefragt / Es gibt feste Beratungszeiten

Seit zehn Jahren im Einsatz für das Ehrenamt

Gerlinde Wozniak (v.l.), Volker Buhk und Reinhardt Fischer setzen auf Ehrenamtlichkeit und gehen davon aus, dass sie es mit einem zunehmenden Bedarf zu tun haben werden. ·
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Gerlinde Wozniak (v.l.), Volker Buhk und Reinhardt Fischer setzen auf Ehrenamtlichkeit und gehen davon aus, dass sie es mit einem zunehmenden Bedarf zu tun haben werden. ·

Rotenburg - Von Guido MenkerGibt es eigentlich noch die Freiwilligen-Initiative? Ja, es gibt sie noch. Und das schon seit zehn Jahren. Nach wie vor ist das Büro an der Goethestraße 19 zu finden, aber nicht nur dort, sondern auch in der Stadtbibliothek bietet das fünfköpfige Team feste Beratungszeiten an. „Es ist ruhiger geworden, aber jährlich führen wir etwa 40 Beratungsgespräche, die meistens auch zum Erfolg führen“, sagt Gerlinde Wozniak.

„In den ersten vier Jahren hat es wirklich geboomt – aber wir wissen, dass wir in der Stadt Rotenburg einen hohen Grad an freiwilligem Engagement haben“, so Wozniak in einem Gespräch mit der Rotenburger Kreiszeitung. Landesweit seien 41 Prozent der Menschen über 16 Jahren ehrenamtlich aktiv – in der Kreisstadt werde diese Zahl mindestens erreicht, meint sie. Und doch ist der Bedarf recht groß, und er werde in den kommenden Jahren weiter steigen. „Die Personalschlüssel fallen in vielen Bereichen immer kleiner aus, das Geld wird knapp. Da ist es wichtig, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich einbringen“, erklärt Reinhard Fischer, der neben Gerlinde Wozniak, Volker Buhk Insa Hagen und Brigitte Hau-Klett zum Team der Initiative gehört.

Diese fünf Männer und Frauen beraten Menschen, die sich unentgeltlich im sozialen Bereich einbringen möchten, zeigen Alternativen auf und vermitteln entsprechende „Stellen“. Zwei von ihnen sind ausgebildete Ehrenamtslotsen. In den Beratungsgesprächen gehe es dann um persönliche Interessen und Vorlieben, um die eigenen Möglichkeiten und die Zeit. Aber auch Fragen zur Versicherung, Weiterbildung und zur Ehrenamtskarte kommen dabei zur Sprache. „An die 40 Menschen nutzen jährlich diese Möglichkeit, sich direkt beraten zu lassen“, weiß Wozniak zu berichten. Viele nutzten aber auch den Online-Katalog, der alle Bereiche aufführt, wo „Not am Mann“ ist. Die Freiwilligen-Initiative arbeitet mittlerweile mit mehr als 30 Organisationen, Einrichtungen und Vereinen zusammen und hält mehr als 50 verschiedene Profile für Interessierte bereit. Auch diese Arbeit erfolgt übrigens ehrenamtlich und findet in Trägerschaft des Kirchenkreises Rotenburg statt. Die Freiwilligen-Initiative ist außerdem auch Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA). Das nächste Treffen für den nördlichen Bereich dieser Arbeitsgemeinschaft geht im Mai im Mehrgenerationenhaus in Waffensen über die Bühne. „Auch das macht einige Arbeit, und deshalb wissen wir auch noch gar nicht, ob wir zu unserem zehnjährigen Bestehen etwas machen“, sagen Wozniak, Fischer und Buhkt. Schließlich wollen sie im kommenden versuchen, zum dritten Mal den sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ auf die Beine zu stellen. Den hatte es zuletzt im vergangenen September gegeben. 33 Vereine hatten im Rathaus daran teilgenommen. Ziel dieses Marktes ist es, der Öffentlichkeit die breite Palette der Freiwilligenarbeit aufzuzeigen.

Das grundsätzliche Interesse an der freiwilligen Arbeit sei schließlich nach wie vor recht groß, auch wenn die Menschen oftmals schon direkt an die Einrichtungen herantreten. „Wir kriegen das dann gar nicht mit, weil ihnen die Informationen auf unserer Homepage schon ausreichen“, erklärt Gerlinde Wozniak schmunzelnd. Ein wenig schade sei das schon, schließlich seien positive Rückmeldungen von erfolgreichen Vermittlungen für sie und ihre Kollegen so etwas wie die Bezahlung.

Warum aber wollen sich eigentlich vor allem die „Silver Surfer“ – also Menschen zwischen 50 und 60 Jahren – gesellschaftlich einbringen, ohne dafür die Hand aufzuhalten? „Sie gehen auf den Ruhestand zu und suchen nach einer sinnvollen Beschäftigung“, ist Reinhard Fischer überzeugt, dem es einst selbst so gegangen sei. Was sie dann aber finden, sei viel mehr: neue Sozialkontakte, Erfolgserlebnisse und vor allem auch Bestätigung und Dankbarkeit. Besonders beliebte Einrichtungen für Ehrenamtler seien übrigens die Tafeln, der offene Mittagstisch oder auch der Bürgerbus. „Alles Einrichtungen, die öffentlich etwas mehr wahrgenommen werden“, erklärt Buhk, der sich von den Einrichtungen allerdings etwas mehr Rückmeldungen wünscht.

http://www.freiwilligen-initiative.de

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