Heute auf den Tag genau vor einem halben Jahrhundert kam Friedhelm Michel in den MSG-Vorstand

Seit 50 Jahren gibt er Vollgas

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MSG-Chef Friedhelm Michel hat schon über viele Jahre die Plaketten für „Rund um Rotenburg“ entworfen. ·

Rotenburg - Von Guido MenkerDie Motorsport-Gemeinschaft Rotenburg hat ein Riesenproblem: Der Vorsitzende Friedhelm Michel kündigte bereits vor zwei Jahren an, von seinem Posten abtreten zu wollen, sobald sich ein geeigneter Nachfolger findet – doch eben der ist nicht in Sicht. Also macht der 74-Jährige erst einmal weiter, obwohl es ihm lieber wäre, die Geschicke des Vereins in jüngere Hände zu übergeben.

Dass Michel einen Gang zurückschalten will, ist verständlich, denn heute auf den Tag genau vor 50 Jahren ging der gelernte Klempner im Vorstand an den Start – nur ein Jahr, nachdem er dem Verein beigetreten war. 50 Jahre im Vorstand – erst zwei Jahre als Geschäftsführer, dann zehn weitere Jahre zusätzlich auch noch als Sportleiter und seit 1975 als Vorsitzender: „Ich bin da damals so reingerutscht und dann nicht mehr davon losgekommen.“ Über viele Jahre war Michel auch im ADAC Elbe-Weser im Vorstand aktiv, heute ist er dort Ehrenvorstandsmitglied.

Michel war 1959 von Ansbach (Mittelfranken) als Soldat nach Rotenburg gekommen. Im Jahr darauf fragte die MSG in der Lent-Kaserne nach Helfern für die Rallye „Rund um Rotenburg“. „Wir hatten Zeit am Wochenende, außerdem gab es Essen und Trinken“, erinnert sich Michel, wie er zu seinem ersten Einsatz als Streckenposten bei der Rotenburger Traditionsveranstaltung kam, die er inzwischen seit 50 Jahren als verantwortlicher Mann leitet. Aber damit nicht genug: Auch die anderen Veranstaltungen des heute 160 Mitglieder zählenden Vereins hat er in der Hand. Was ihn besonders freut: „Wir haben fast 30 Jugendliche dabei.“ Dennoch ist es schwierig, einen Nachfolger zu finden – vielleicht auch, weil Michel in dieser Funktion die Messlatte sehr hoch gelegt hat. In den vergangenen 50 Jahren ist ein unglaublich großes Archiv entstanden, das weiter gepflegt werden will. Außerdem verfügt die MSG seit mehr als 30 Jahren über eine Campingabteilung, die der 74-Jährige ebenfalls betreut.

„Rund um Rotenburg“ – das ist „sein“ Leben. „Die ganze Familie war in all den Jahren eingespannt“, so Michel. Was in den 60er-Jahren als Rallye für Autos und Motorräder gestartet wurde, musste wegen der großen Teilnehmerzahl getrennt werden – damit gab es zwei Termine. Später war „Rund um Rotenburg“ eine reine Motorrad-Veranstaltung mit hohen Prädikatsprüfungen, und vor 22 Jahren kam dann der große Schnitt. Seitdem gehen bei der Rallye nur noch Oldtimer-Fahrzeuge an den Start.

Die erste Veranstaltung „Rund um Rotenburg“ gab es übrigens schon 1906 – Grund genug für Friedhelm Michel, die Geschichte des Rotenburger Motorsports in einem Buch zusammenzufassen. Der erste Band (1906 bis 1933) ist raus, der Zweite schon in Arbeit. Dafür wühlte der vom Motorsport infizierte und zugleich rastlose Ruheständler monatelang im Archiv. Nicht zuletzt deshalb gilt für ihn auch heute noch: „Privat richten wir uns voll und ganz nach dem Terminkalender der MSG.“ Seit 50 Jahren gibt er also Vollgas – und wahrscheinlich werden noch einige weitere Jahre folgen.

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