Schulausschuss: Einstimmiges Votum für mehr Sozialarbeit an der Grundschule

„Schwierige Fälle nehmen zu“

Schulleiter Uwe Wahlers: „Der Bedarf an Sozialarbeit wird immer größer.“ ·
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Schulleiter Uwe Wahlers: „Der Bedarf an Sozialarbeit wird immer größer.“ ·

Scheeßel - Die Mitglieder des Schulausschusses haben einstimmig dafür votiert, 6 500 Euro bereitzustellen, um die Stunden der Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Scheeßel aufzustocken. Ein Wehmutstropfen blieb allerdings bei der Sitzung am Montagabend: Auf finanzielle Unterstützung vom Land Niedersachsen muss die Gemeinde weiterhin verzichten.

„Die Notwendigkeit, die Stunden für Sozialarbeit zu erhöhen, ist unstrittig“, hieß es quer durch alle Fraktionen. Gleichzeitig machten die Ausschussmitglieder aber deutlich, dass die Finanzierung nicht Angelegenheit der Kommunen, sondern Aufgabe des Landes Niedersachsen sei. „Wir sollten das Land immer wieder in die Pflicht nehmen, die Sozialpädagogenstelle mit zu unterstützen“, forderte Johannes Hillebrand (SPD). Ähnlich äußerte sich Günter Bassen (CDU): „An anderer Stelle zahlt es diese Stelle, und hier nicht – das ist nicht einsehbar.“

Dass die Gemeinde das Land im Zuge der Kosteneinstellung in den Haushalt jedes Jahr aufs Neue an seine Verpflichtung erinnert habe, teilte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Stelle mit. „Wir haben bis heute nur nie einen positiven Bescheid bekommen.“ Sie sagte zu, auch weiterhin am Ball zu bleiben.

Seit fünf Jahren beschäftigt die Kommune an der Grundschule eine Fachkraft vom Verein für sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (SoFA) – in einem Umfang von 15 Wochenarbeitsstunden. Dass diese Präsenz nicht ausreicht, unterstrich Schulleiter Uwe Wahlers: „Es hat sich herausgestellt, dass der Bedarf bei uns immer größer wird, weil auch die schwierigen Fälle immer mehr werden.“

Nichtsdestotrotz, ein sozialer Brennpunkt sei die Schule nach Einschätzung von außen nicht, wie Fachbereichsleiter Stefan Behrens mitteilte. Demnach habe es zwischenzeitlich ein über die Schulen abrufbares Programm geben, welches sozialpädagogische Unterstützung im Bereich solcher Konfliktfelder zum Inhalt hatte. „Da hat man uns aber gesagt, dass die Scheeßeler Grundschule nicht zu einem sozialen Brennpunkt gehört, daher konnte man auch keine Mittel in Anspruch nehmen.“

Wahlers, der den Antrag auf eine Aufstockung um wöchentlich fünf Arbeitsstunden bei der Verwaltung eingereicht hatte, zeichnete entgegen der Einschätzung ein anderes Bild von der Grundschule: „Wir haben es häufig mit ganz komplizierten Fällen zu tun, wo unsere Schulsozialarbeiterin auf die Zusammenarbeit mit Kollegen und den Eltern angewiesen ist, um die Kinder aus ihrer verzwickten Lage zu bringen.“

Nur so, sagte er, könnten die Schüler überhaupt wieder ans Lernen herangeführt werden. „Teilweise ist der normale Unterricht ohne unsere Sozialarbeit gar nicht mehr möglich, so dass nicht nur die betroffenen Kinder und Eltern von der Begleitung profitieren, sondern der ganze Klassenverband.“ Die Schulsozialarbeit, betonte er, sei systematisch erfolgreich. · lw

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