Der niedersächsische Umweltminister Dr. Stefan Birkner besichtigt Otter-Berme

Schutz vor tödlichen Autoreifen

Umweltminister Dr. Stefan Birkner (r.) sieht sich zusammen mit Kuno Kumpins die Otterberme unterhalb der Wümme-Brücke an der B 75 bei Lauenbrück an. ·
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Umweltminister Dr. Stefan Birkner (r.) sieht sich zusammen mit Kuno Kumpins die Otterberme unterhalb der Wümme-Brücke an der B 75 bei Lauenbrück an. ·

Kreis Rotenburg - Fischotter-Projektleiter Kuno Kumpins, Helvesiek, konnte es durch fotografische Aufnahmen belegen: Die eleganten Fischjäger mit den kurzen Beinen, deren Zuhause das Wasser und nicht die Straße ist, nehmen die Bermen tatsächlich an. Am 4. Dezember unterquerte ein Otter die Bundesstraße 75 an der Wümme-Brücke schräg gegenüber des Altenheimes um 9.12 Uhr und am 5. Dezember noch einmal um 22.40 Uhr. Umweltminister Dr. Stefan Birkner (FDP) war also nicht umsonst gekommen: Die Otterberme funktioniert und schützt die Tiere vor tödlichen Autoreifen.

Innerhalb von drei Jahren waren nämlich im Kreisgebiet elf Fischotter überfahren worden. Es bestand die Gefahr, dass der gewünschten Verbreitung dieser Marderart ein Riegel vorgeschoben wird. Jägerschaft und Landkreis ergriffen die Initiative und planten im Rahmen der Aktion „Fischotterschutz“ den Bau von Bermen, die sie aus eigenen Mitteln und mit finanzieller Unterstützung des Landes realisierten beziehungsweise noch verwirklichen wollen.

Drei dieser lebensnotwendigen Hilfen für Otter sind inzwischen fertiggestellt. Immerhin hat diese Berme an der B 75 einschließlich der Planungen rund 10 000 Euro gekostet. Vorgesehen ist, den gesamten Landkreis in das Programm einzubeziehen. Ein relativ aufwendiges Ausnahmeprojekt ist Anfang 2013 im Raum Weetzen geplant. Dort, wo allein drei Otter von Fahrzeugen getötet wurden, soll ein Rohr von 80 Zentimeter Durchmesser unter der Straße hindurchgedrückt werden.

Begrüßt wurde der Minister bei seinem Besuch von MdL Jan-Christoph Oetjen aus Sottrum, seinem FDP-Parteifreund, der den Bau der Bermen als aktiven Naturschutz zum Nutzen des fast ausgestorbenen Fischotters beschrieb. Für die Jägerschaft wies deren Vorsitzender Ulrich Voss, Jürshof, auf die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis im Zusammenhang mit den Schutzmaßnahmen für den Fischotter hin.

Die Notwendigkeit zu handeln ging aus den Worten von Forstoberrat Jürgen Cassier, Leiter der Naturschutzbehörde des Kreises, hervor: Der Landkreis Rotenburg, so Cassier in seinen Ausführungen, habe in Niedersachsen beim Fischotter die höchste Todesfallzahl.

Der Minister wies darauf hin, dass der Fischotter inzwischen in vielen Bereichen des Landes damit beginne, sich weiter zu verbreiten. Ein erfreulicher Trend, waren die Tiere im Jahre 1913 doch bereits so gut wie ausgerottet. Jäger und Fischer hatten allzu oft, ohne an einen vertretbaren Fortbestand der Otter in der Zukunft zu denken, damit begonnen, die Marderart fast blindlings zu töten. In drei Jahren wurden damals allein in Niedersachsen rund 8 000 tote Fischotter gezählt. · bn

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