Neuntklässler des Gymnasiums Sottrum stimmen über den Landtag ab

Schüler wählen per Mausklick

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Der Wahlvorstand zählt die Ergebnisse der Online-Abstimmung aus: Sören Kluge (v.l.), Johanna Bär, Hiske Carstens und Gina Engel. ·

Sottrum - Die Neuntklässler des Gymnasiums Sottrum haben per Mausklick ihre Erst- und Zweitstimme für die Juniorwahl abgegeben. Die Entscheidung der Schüler fließt nicht in das offizielle Ergebnis der Landtagswahlen ein. Die Lehrkräfte sind jedoch davon überzeugt, dass die Juniorwahl einen wichtigen Beitrag zum politischen Lernprozess der Jugendlichen leistet.

Da das Sottrumer Gymnasium den Wahlvorgang möglichst realistisch simulieren wollte, konnten die Neuntklässler frei entscheiden, ob sie überhaupt einer Partei ihre Stimme geben wollten. Trotzdem fiel die Beteiligung an der Abstimmung, die auf der Online-Plattform http://www.juniorwahl.de erfolgte, mit 68,6 Prozent höher als bei der Landtagswahl 2008 aus. „Das freut mich sehr. Immerhin haben wir deutlich gesagt, dass niemand zur Wahl kommen muss“, erklärt Christian Birnbaum. Der Politiklehrer hat wie seine Kollegin Lena Hauenstein die Schüler im Unterricht auf die Wahl vorbereitet. Der Wissensstand der Jugendlichen sei sehr unterschiedlich, so Birnbaum. „Häufig fehlt es an Grundwissen. Für welche politische Richtung stehen die Parteien? Da mussten wir viel Basisarbeit leisten. Das ist vor allem ein gesellschaftliches Problem. Politik gilt unter Jugendlichen als uncool. Wie wichtig das Thema ist, müssen wir ihnen erst deutlich machen.“

Zusätzlich hatten die Schüler Gelegenheit, die Kandidaten bei einer Podiumsdiskussion kennenzulernen. „Da haben wir erfahren, was die Politiker durchsetzen wollen. Ich habe mir zur Vorbereitung auf die Juniorwahl zudem die Parteiprogramme durchgelesen“, erzählt Johanna Bär. Der 15-Jährigen liegen besonders die Themen Schule und Landwirtschaft am Herzen, denn ihre Eltern bewirtschaften einen Bauernhof. „Ich bin gegen die Gesamtschule, denn ich glaube nicht, dass leistungsstarke Schüler auf diesem Weg angemessen gefördert werden können.“ Zudem sei es ihr wichtig, dass sich die Parteien mit dem Thema Landwirtschaft auseinandersetzen. „Davon leben in Niedersachsen schließlich sehr viele Menschen.“

Ihre Klassenkameradin Jennifer Brinkmann hat sich mit ihrer Schwester Videos der Kandidaten im Internet angeschaut. Ihr Eindruck: „David McAllister wirkt auf mich so gestellt, da finde ich Ralf Borngräber natürlicher.“ In der Familie der 16-Jährigen ist Politik dagegen kaum ein Thema. „Die Vorbereitung auf die Juniorwahl hat mir aber geholfen, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, was eigentlich hinter den Versprechen der Parteien steht.“

Im Gegensatz zum Ratsgymnasium Rotenburg haben in Sottrum übrigens nur zwei neunte Klassen an der Abstimmung teilgenommen. Birnbaum: „Da wir uns zum ersten Mal beteiligen, wollten wir erstmal Erfahrungswerte sammeln. Bei der Bundestagswahl sollen dann alle Schüler der Klassen neun bis elf wählen.“ · ber

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