Horstedter kandidiert erneut bei Kommunalwahl im Herbst

Schröck will Bürgermeister bleiben

Die Kräuterkönigin und weitere Majestäten beim Kräutertag 2018.
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Beim Kräutertag 2018 genoss Michael Schröck den Fototermin mit den Majestäten.

Horstedt – Ende Juli 2014 ist Michael Schröck (SPD) zum Bürgermeister der Gemeinde Horstedt vereidigt worden. Sein Schritt an die Spitze der Verwaltung war einige Wochen zuvor noch nicht absehbar, denn noch am Kräutertag Mitte Juni repräsentierte Heinz-Dieter „Dirk“ Gebers, zu dem Zeitpunkt drei Tage vor seinem 20. Dienstjubiläum, den Mittelpunkt der Kräuterregion. Das sollte jedoch die letzte Amtshandlung des damals 72-jährigen bleiben, denn einen Tag später starb der engagierte Kommunalpolitiker völlig überraschend.

„Direkt vor dem Kräutertag hatte Dirk mir erzählt, dass er ein weiteres Mal kandidieren wird“, erinnert sich Sozialdemokrat Michael Schröck. Obwohl er damals schon als allgemeiner Stellvertreter agierte, hatte er nur wenig Einblick in das tägliche Geschäft der Kommune, denn die Verwaltung lag so gut wie ausschließlich in den Händen von Hans-Dieter Gebers. Um alle Unterlagen im Gemeindebüro, das sich bei Gebers zu Hause befand, zu sichten und bearbeiten, investierten Michael Schröck und Hans-Hermann Windler unzählige Stunden. Die beiden führten in den nächsten Wochen kommissarisch die anstehenden Aufgaben aus, bevor die Entscheidung zur Nachfolge fiel und offiziell umgesetzt wurde. „Ganz recht war es mir zu dem Zeitpunkt nicht“, berichtet Michael Schröck auch mit Blick auf sein Architekturbüro, mit dem er seine Brötchen verdient.

Um ihn bei der Arbeit im Gemeindebüro zu entlasten, erfolgte die Anstellung einer 450-Euro-Kraft. Diese Aufgabe übt derzeit Inga Schwarz aus. „Sie arbeitet hauptberuflich in der Verwaltung und ist sehr gut“, lobt der 64-Jährige ihre Arbeit. Ebenfalls Frank Wunder, Schröcks Stellvertreter auf Verwaltungsebene, sorgt für Entlastung. „Frank ist jeden Mittwoch bei der Bürgersprechstunde dabei und ist auch unterschriftsberechtigt“, so der Bürgermeister. Neben Frank Wunder spricht sich Michael Schröck mit seinem Stellvertreter Werner Dannigkeit und in der Vergangenheit auch mit Bernhard Goldmann, der aber vor Kurzem zurückgetreten ist, ab. Der Gemeindechef empfindet es als wichtig, dass bei den Entscheidungen viele mit im Boot sind. „Dirk Gebers hatte das meiste selbst gemacht, da wusste keiner Bescheid“, sagt Michael Schröck. Trotz der Unterstützung nimmt das Bürgermeisteramt nicht wenig Zeit in Anspruch: „Wenn ich den Samtgemeinderat und die Fraktionssitzungen dazuzähle, komme ich auf durchschnittlich 25 Stunden in der Woche – also ein Halbtagsjob.“

Um trotz der Doppelbelastung Zeit für die Familie zu haben, zu der inzwischen schon Enkelkinder gehören, versucht sich Schröck sonntags freizuhalten. An den anderen Tagen ist er für die Bürger und die Bauherren („Ich bin gerne Bürgermeister, arbeite aber auch gerne als Architekt“) da. Zu den großen Projekten der bisherigen Amtszeit gehört der Ausbau des Tine-Meyer-Hauses, die Umsetzung der Erweiterung des Horstedter Baugebietes „Bei den Doren“ sowie der Abschluss der Flurbereinigung. „Sehr traurig ist es, dass wir bisher noch kein Baugebiet in Winkeldorf und kein Gewerbegebiet in Horstedt realisieren konnten“, bedauert der 64-Jährige. Auf seiner Agenda stehen bei entsprechendem Bedarf außerdem Baugebiete für Horstedt und Stapel sowie ein weiteres Zusammenwachsen der Orte Horstedt, Stapel und Winkeldorf, die die Gemeinde bilden. „Wir haben schon ortsübergreifende Vereine, wo dies sehr gut läuft“, so der Bürgermeister.

Zu den angenehmsten Terminen zählt für ihn der wöchentliche Besuch im Kindergarten. „Nicht zu meinen Aufgaben gehört, dass Beschwerden über andere bei mir auflaufen. Ich bin ja nicht die Polizei“, hebt Schröck hervor, der – wie auch im Gemeinderat, wo es fast nur einstimmige Beschlüsse gibt – gerne alles harmonisch lösen möchte. Für die Kommunalwahl im Herbst wird er sich erneut um einen Sitz im Rat bewerben. Auch als Bürgermeister? „Ja, wenn ich von den Ratsmitgliedern gewählt werde“, sagt Michael Schröck.

Ebenfalls wieder auf dem Wahlzettel wird Frank Wunder (SPD) zu finden sein. „Auch als Stellvertreter stehe ich zur Verfügung“, verspricht Wunder, der gerne im Hintergrund bleibt und dort die Arbeit verrichtet. Seinen Zeitaufwand zugunsten der Gemeinde schätzt der Softwareentwickler auf rund zwei Stunden in der Woche. Auch Dannigkeit, der auf der Liste der CDU steht, wird wieder antreten. „Ich will mitentscheiden, wie die finanzielle Situation in der Gemeinde läuft“, sagt der 60-Jährige zu seinem Antrieb. Dabei hat er besonders die Reduzierung der Schulden im Blick. Zu „seinen“ Themen zählt der Horstedter auch alles, was unter den Begriff „Natur“ fällt. Daher bringt sich der Landwirt als Wegemeister ein. Dass er sich vor fünf Jahren erstmals für den Gemeinderat aufstellen ließ, lag überwiegend an Mitbürgern, die ihn darauf angesprochen hatten. Da die Bewirtschaftung des Hofes gemeinsam mit seinem Junior erfolgt, sagte er zu. „Ich habe die Zeit dafür“, betont Dannigkeit, der verspricht „weiterhin alle Themen, die auf den Rat zukommen, ordentlich abzuarbeiten.“

Von Antje Holsten-Körner

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