Lieder über die Liebe beim Kultur- und Heimatverein mit Annette Gebauer und Clemens Völker

„Schokolade“ als „Nachtisch“

Annette Gebauer artikuliert sich klar, Clemens Völker begleitet sie auf der Gitarre zurückhaltend.

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (wz) · Annette Gebauer und Clemens Völker werden mit so anhaltendem Applaus begrüßt, als seien sie alte Bekannte. Man freut sich auf einen harmonischen Abend unter dem Titel „Nachts im Mondenscheine“, und man freut sich zu Recht, denn es soll um die Liebe gehen, wie Annette Gebauer ankündigt: Liebe durch die Jahrhunderte, romantische und käufliche Liebe und sogar die Liebe zu einem kleinen Radioapparat wird besungen.

Für die „verruchte“ Liebe hält die Sängerin das Publikum für zu jung, aber da täuscht sie sich – nicht Minderjährige sind ihre Zuhörer, es ist das reife Publikum des Kultur- und Heimatvereins. Das nimmt auch dankbar die Anregungen auf, die von dem Duo geboten werden. Man kennt das ja, dass die Akteure ihre Zuhörer irgendwann am Abend in ihre Darbietungen einbeziehen.

Hier geschieht das bereits nach dem zweiten Stück: „Plaisir d'amour“ soll gemeinsam gesungen werden. Bereitwillig gehen die Gäste des Abends darauf ein, und schon hat Annette Gebauer das Publikum für sich gewonnen. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Gang auf die Zuhörer – immer wieder verlässt die Sängerin die Bühne und bezieht die Zuhörer ein. Bei „Bodybild“ gelingt es ihr sogar, Männer und Frauen gewissermaßen zweistimmig den Refrain singen zu lassen. Klar, Liebe ist ja auch keine einseitige Angelegenheit.

Annette Gebauer artikuliert klar und deutlich, sodass man die deutschen Texte gut verstehen kann. Ihre helle Stimme passt zu den meist kurzen Songs. Gesten setzt sie sparsam und daher wirkungsvoll ein. Bei „Junimond“ klettert sie auf den Flügel – nun ist sie auf einer dunklen Wolke – und gibt einen Abgesang auf die Liebe: „Kein Sturm kommt mehr auf, wenn ich dich seh.“ Gelegentlich will sie verrucht oder keck wirken – das gelingt ihr auch –, aber man spürt, dass sie das nicht ist. Sie ist einfach nett.

Meist lächelt sie und zeigt den großen Ring an ihrer linken Hand. Clemens Völker begleitet sie auf der Gitarre zurückhaltend, wirkt gelegentlich etwas zu laut, was an der Akustik des Raumes liegen mag. Zur Abwechslung spielt er auch einige Solostücke, die gut zum Ambiente des Abends passen. Hier zeigt er auch, dass er mit seinem Instrument meisterlich umgehen kann. Er hat auch die Melodien der Songs des Abends bearbeitet. Bei „Nannas Lied“ schrieb er den originalen Klavierpart für seine Gitarre um.

Zwischen den Darbietungen weiß Annette Gebauer Amüsantes zu ihren Liedern zu sagen und wendet sich auch an ihren Begleiter, um sich mit ihm abzusprechen. Das wirkt so, als ob das Programm gerade entstünde.

Die Lieder zur Liebe, die den Abend füllen, stammen zum Teil aus Frankreich, und auch Songs von Brecht / Eisler und Brecht/ Weill sind dabei. Sieben Texte für den zweiten Teil des Abends hat Wolf v. d. Burg geschrieben, der mit Gebauer liiert ist. Die Musik dazu hat D. Wahren komponiert. Es sind witzige und nachdenkliche Texte von hohem Niveau, wie auch der ganze Abend nichts Anzügliches hat, was bei diesem Thema ja leicht möglich wäre.

Das dankbare Publikum bekommt „Schokolade“ als „Nachtisch“ und sogar noch eine weitere Zugabe.

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