Ballettverein setzt modernes englisches Märchen aufwändig in Szene

Schneegestöber im Tutu

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Sophie-Pauline Mischke spielte sich an der Seite von Profitänzer Philip Johnson in die Herzen der Zuschauer.

Scheeßel - Hinter acht schwarzen Wänden, die aus der Sporthalle der Scheeßeler Eichenschule eine Ballettkulisse machen, wirbeln Schneeflocken. Immer mehr, jede in ihrem weißen Tutu wunderschön. Mehr als 20 werden es, ehe ein überdimensionales Bett hereingefahren wird.

Dies ist der Anfang der Vorstellung „Der Schneemann“, bei der der Ballettverein Step by Step am Wochenende in drei Vorstellungen das moderne englische Märchen mit beeindruckendem technischen Aufwand aufleben ließ.

Mit immer professionelleren technischen Mitteln werden – nicht nur in Scheeßel – die Leistungen der Hobbytänzerinnen in Szene gesetzt: Auf den Punkt genau abgemischter Sound, jede Menge Lichteffekte und bis ins letzte Detail stimmige, aufwändige Kostüme, die fast vergessen lassen, dass die rund 250 Zuschauer sich in einer Turnhalle befinden. Ein Spagat – nicht nur in finanzieller Hinsicht.

Die Ballettlehrerinnen Fiona Stermann und Adrienne Ring haben nicht nur sich selbst viel abverlangt, sondern auch den Eltern und Schülerinnen. Kompliment, dass die Mädchen die vielen Sonderproben auf sich genommen haben. Die Ältesten waren trotz Abiturvorbereitungen ständig dabei, die Jüngsten warteten stundenlang mucksmäuschenstill hinter der Bühne, um für wenige Minuten als Zinnsoldat in der ersten Reihe zu stehen - oder auch als Schneeflocke in der letzten.

Denn der Schneemann, der in dieser Nacht zum Leben erwacht, unternimmt mit seinem Erbauer einen fröhlichen Zug durch die kindliche Welt der Fantasie mit Fleisch gewordenen Spieluhren, zu Rentieren, tanzenden Weihnachtsbäumchen, die dem Publikum im ausverkauften Haus ein „Oh wie süß!“ entringen, zu Schneemännern aus aller Welt oder zum leibhaftigen Weihnachtsmann.

Denn die Schneemänner, Tannenbäume, Rentiere und anderen Geister, die die Organisatorinnen riefen, scheinen wie die Riesenproduktion mit mehr als hundert Tänzerinnen selbst ein Eigenleben zu entwickeln. Und wenn nach steppenden Pinguinen die Kutsche einfährt, dann schätzt der Zuschauer die leisen Momente, wo Augen und Seele innehalten können.

Bilder von der Aufführung

Aufführung von “Step by Step” in Scheeßel

Denn auch die gibt es, dank der ausdrucksstarken Mimik nicht nur von Schneemann Philip Johnson, sondern auch Sophie-Pauline Mischke in der Hauptrolle des Jungen, die in ihrer pantomimischen Leistung dem Profitänzer fast ebenbürtig ist.

Beim Abschied der beiden, bevor der Schneemann nach gemeinsamem nächtlichen Abenteuern schmilzt, kommt fast Wehmut auf.

Und noch so ein poetischer Moment: Wenn beim gemeinsamen Flug durch die Nacht – als genialer Einfall der stets auf starke Bilder ausgerichteten Choreografie - ein riesiges blau schimmerndes Tuch mystisch über die Bühne wabert und dazu die bekannte Melodie „Walking in the Air“ ertönt – dann wirkt der Zauber des Schneemanns, und weihnachtliche Andächtigkeit macht sich breit. · hey

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