Zwölf Hobbymusiker absolvieren Workshop bei Startrompeter Berwaerts

Pauken für die Bach-Choräle

Tipps vom Profi: Jeroen Berwaerts (l.) bereitet seine „Schüler“ auf das Konzert am Abend vor.
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Tipps vom Profi: Jeroen Berwaerts (l.) bereitet seine „Schüler“ auf das Konzert am Abend vor.

Scheeßel - Aus dem Internatssaal der Eichenschule klingen einstimmige, lang angehaltene Töne – buddhistischer Mönchsgesang? . Anschließend ist ein wütend surrender Bienenschwarm zu hören. Würde man näher treten, sähe man ein Dutzend Männer und Frauen im Kreis stehen und Schwimmbewegungen machen. Nur ihre Instrumente verraten, was hier gespielt wird: nämlich Tuba, Euphonium, Posaune und Trompete.

Und so unterschiedlich wie ihre Instrumente sind auch die Teilnehmer des Workshops mit dem belgischen Startrompeter Jeroen Berwaerts, der auf Einladung der Niedersächsischen Musiktage vor dem Konzert in der St. Lucas-Kirche (wir berichteten) veranstaltet wurde. Von musikalischen „Frischlingen“ mit wenigen Jahren Spielpraxis bis zu Mitgliedern bekannter Ensembles wie „PosArt“ oder „Arte Mosso“, von Mitte 40 bis Ende 70, ob aus dem Kirchen-Posaunenchor oder der Blaskapelle Oyten – ein Dutzend Musiker nutzte die Möglichkeit, sich in drei Stunden Workshop von dem charismatischen belgischen Profi einiges abzuschauen.

Für den unterscheidet sich die Arbeit mit Laien gar nicht so sehr von der mit Profis, und Energie koste es auch nicht: „Ganz im Gegenteil – das gibt mir etwas!“ Vor allem um die Atmung, „das Bewusstsein über die Luft“, ging es dem Charismatiker, dessen Karrierewunsch bereits als Zehnjähriger feststand und der seinem Vater noch heute für den „festen Daumen“ bei der Übungsdisziplin dankbar ist.

Neben Atemübungen ließ der 39-Jährige die Teilnehmer immer wieder Passagen der beiden einzuübenden Choräle singen: „Singen ist der Ursprung für jedes Instrument; das, was du von der Seele her rein tust, hast du in dir!“ Neben intensivem Feilen an den Vortragsstücken am Abend, den Bach-Chorälen „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ und „Hebe deine Augen auf“ ließ der Reinhold-Friedrich-Schüler, ganz wie in seinen Meisterkursen, Freiwillige einzeln vorspielen und gab Tipps zur Verbesserung der Technik.

Davon war nicht nur Jürgen Rudolph von der Kontaktstelle Musik Rotenburg-Bremervörde, der organisatorische Unterstützung geleistet hatte, begeistert: „Berwaerts ist pädagogisch sehr geschickt und holt uns Musiker da ab, wo wir stehen!“. Für Anja Reinke aus Bartelsdorf, die im Blasorchester Oyten spielt, ist es „wichtig, auch mal wieder Fehler auszumerzen, die sich beim Üben eingeschlichen haben.“ Sie wird in Zukunft den Ton verbessern „und wieder bewusster an meiner Atmung arbeiten!“

Doch auch der Spaß kam bei Berwaerts nicht zu kurz: Er dachte über eine gemeinsame Karriere als „Glückliche Psalmenrocker“ mit Auftritten bei Hurricane, Wacken oder Rock am Ring nach und forderte: „Die Festivals müssen endlich ‚veraltet’ werden!“

hey

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