Martin Schulz und Lars Klingbeil gratulieren Scheeßeler SPD

Zwischenstopp beim Jubiläum

Johannes Hillebrand (3.v.r.) und Günter Saxer (2.v.r.) wurden für ihre langjährigen Parteimitgliedschaften von Dörte Liebetruth (v.l.), Jürgen Wahlers, Martin Schulz und Lars Klingbeil geehrt.

Scheeßel - Von Wieland Bonath. Vor 156 Jahren begann in Leipzig die Geschichte der SPD – es dauerte bis Mai 1919, dass im Gasthaus Thiemann in Scheeßel der „Sozialdemokratische Verein” aus der Taufe gehoben wurde. Der SPD-Ortsverein mit seinem Vorsitzenden Jürgen Wahlers aus Jeersdorf hat nun am Sonnabend im „Scheeßeler Hof” seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Es war ein denkwürdiges Jubiläum, ein Erinnern an Höhen und Tiefen deutscher Geschichte und zugleich ein Betonen sozialdemokratischer Grundelemente: Respekt, Toleranz und Würde. Unter den rund 100 Gästen begrüßte Wahlers besonders Martin Schulz, den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments und vormaligen SPD-Bundesvorsitzenden, sowie den SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil.

Der SPD-Ortsverein Scheeßel, der gegenwärtig 51 Mitglieder hat, stand in der Beeke-Gemeinde weitgehend im Schatten der CDU. Ein Auf und Ab bei der Mitgliederzahl: 1952 waren es lediglich drei, 1989 immerhin 151 Mitglieder. In seiner kurzen Begrüßung nannte Wahlers diese drei Scheeßeler Sozialdemokraten, die sich um die Partei und die Geschicke der Gemeinde besondere Verdienste erworben haben: Johann Kröger, Detlef Steppat und Jörg Pommer. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurde am Sonnabend Johannes Hillebrand, ehemaliger SPD-Ortsvereins-Vorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Rat, geehrt. Ebenso der 72-jährige Günter Saxer, der der SPD inzwischen seit 50 Jahren angehört.

Im Mittelpunkt der Feierstunde, zu der unter anderem der Rotenburger Bürgermeister Andreas Weber und die SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth aus Kirchlinteln gekommen waren, stand die Rede von Martin Schulz, der unter anderem betonte: „Wir müssen unseren Blick nach außen richten und das Herz bei den Menschen haben.” Kommunalpolitiker, so Schulz weiter, wüssten um die Bedeutung der Kommunalpolitik und ihre Bedeutung im Zusammenhang mit der Daseinsfürsorge für die Menschen. Schulz‘ zentrale Aussage kreiste um diese drei Begriffe: Respekt, Toleranz und Würde. Wir müssten uns davor hüten, den Respektlosen, die auf dem Vormarsch seien, das Feld zu überlassen. Martin Schulz hielt eine von Leidenschaft geprägte und immer wieder von Beifall begleitete Rede. Der Demokratie der Bundesrepublik und damit auch den Sozialdemokraten komme das Verdienst zu, die hervorragende Weimarer Verfassung weiterentwickelt zu haben. Es gebe nur einen Kontinent, wo sich die weitaus größte Zahl der Staaten zusammengeschlossen hätten mit dem Ziel, die drei genannten Prinzipien umzusetzen, und das sei Europa. Die SPD, fuhr Martin Schulz fort, werde sich in den kommenden Jahren immer mehr in eine „Europapartei” wandeln. Er warnte gleichzeitig vor der autoritär geprägten und von wirtschaftlichen Interessen bestimmte Politik Chinas. Und er mahnte, die sich verstärkenden Bestrebungen rechter Politik niemals zu unterschätzen. Generalsekretär Lars Klingbeil, am Sonnabend wie Schulz auf der Durchreise nach Berlin zur Wahl der neuen SPD-Doppelspitze, betonte: „Während meiner ersten Jahre als Politiker habe ich sehr gut und eng mit dem Scheeßeler Ortsverein zusammengearbeitet.”

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