Jeersdorfer Ehepaar erlebt Deutschland mit Youngtimer-Rallye

Zwischen Zugspitze und Spreewald

Petra und Thorsten Gallo haben sich eine Woche Cockpit und Kofferraum des alten Mercedes geteilt.
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Petra und Thorsten Gallo haben sich eine Woche Cockpit und Kofferraum des alten Mercedes geteilt.

Jeersdorf – Unverhofft kommt oft: Einer kurzfristigen Eingebung von Thorsten Gallo ist es zu verdanken, dass die Kinder- und Jugendhospizhilfe des Landkreises Rotenburg demnächst rund 800 Euro und er und seine Frau um viele Eindrücke aus deutschen Landen reicher sind. Der Vertriebsleiter eines Autoherstellers hatte sich spontan für die „Deutschland Rallye“ angemeldet. Die hatte der Veranstalter, mit dem der Jeersdorfer bereits mehrfach mit einem „Youngtimer“ (also einem mindestens 20 Jahre alten Auto) in Europa unterwegs war, ausgerufen, weil viele internationale Touren Corona-bedingt kurzfristig gestrichen werden mussten.

Dass Gattin Petra bei diesem Abenteuer mit doppeltem Boden erstmals als Co-Pilotin an Bord sein wollte, hatte er ungefragt vorausgesetzt: Sie habe bei den Touren mit Sohn Niklas so gejammert, „da habe ich uns einfach angemeldet.“

Der Grundgedanke: Acht Tage mit Landkarte statt Navigationssystem nur auf Landstraßen unterwegs, bestimmte Punkte anfahren, Aufgaben lösen und dabei etwas Gutes tun, denn „die Spende von mindestens 300 Euro sind so etwas wie ein Ehrenkodex“, erzählt Gallo. „Erst wusste ich gar nicht, wie wir das so schnell hinkriegen, weil wir nach unserem Urlaub nur eine Woche zum Planen hatten“, meint Ehefrau Petra, „wir dachten schon, wir müssen aus eigener Tasche was dazutun.“ Doch das war nicht nötig: Ihr Aufruf in ihren „WhatsApp“-Gruppen brachte schon vor Fahrtantritt mehr als 200 Euro aufs Spendenkonto, „und das rein privat im Bekanntenkreis, ohne einzelne Großspende eines potenten Unternehmens als Sponsor“, sagt die Jeersdorferin nicht ohne Stolz.

Die Bilder der Fahrt und weitere Aufrufe, die sie online stellte, taten ihr Übriges. Dabei habe sie kaum Zeit gehabt, die vom Sohn eingerichteten Instagram- und Facebook-Konten mit Inhalten zu füllen – „ich musste ja immer den Blick auf den Instruktionen des Veranstalters und in der Landkarte haben.“

Mit der „menschlichen Navigation“ habe es übrigens super geklappt, versichert sie. Gatte Thorsten formuliert es schmunzelnd so: „Wir haben uns nicht verfahren, sondern sind manchmal woanders lang gefahren als geplant.“ Das erklärte Ziel der Tour, abseits der Autobahnen neue Orte kennenzulernen, wurde so erreicht: „Wir haben wunderschöne Ecken gesehen, wo wir sonst nie hingekommen wären“, schwärmt die Mutter zweier Söhne.

Zeit zum Aussteigen gab es aber kaum. An acht Fahrtagen legten die beiden in ihrem Mercedes-Kombi Baujahr 1995 insgesamt rund 4 300 Kilometer zurück. Dazu kamen die zu bewältigenden Aufgaben, für die es Extrapunkte gab. Einige absolvierten sie, von anderen nahmen sie Abstand. Kurios sei auch die erste Nacht nach dem Start im Harz gewesen: „Die Aufgabe war, über die Hamburger Köhlbrandbrücke zu fahren“, erklärt Petra Gallo, „da wir das gern bei Sonnenaufgang machen wollten, haben wir kurzerhand mit dem Auto bei uns im Garten übernachtet.“  hey

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