Ehrenamtliche Scheeßeler Näherinnen spenden vierstellige Summe aus Maskenverkauf

Zwischen Schnittmuster und Not-Prosecco

3000 Euro für wohltätige Zwecke haben Ulrike Wagner (v.l.), Hellen Gottwald, Silvia Seefried, Jessica Lüdemann, Dörte Delventhal, Solveigh Schröder und Angela Brinkmann „ernäht“. Foto: Heyne

Scheeßel – Wenn sich die sechs Frauen mit den farbigen, selbst genähten Masken fürs Foto und zum Abholen eines neuen Schnittmusters im Geschäft von Angela Brinkmann treffen, dann können sie stolz auf sich sein. Sie haben in den vergangenen fünf Wochen genäht, was das Zeug, oder besser: die Nähmaschine hielt. „Um die 800 Masken müssen es wohl gewesen sein“, erinnert sich die leidenschaftliche Näherin, die die Gruppe mit initiiert hatte und für die Verteilung von Stoffen und fertigen Masken sorgte.

Nachdem die hiesige Diakonie-Sozialstation, die Tafel, Physiotherapeuten und Pflegeheime versorgt waren, machten die rund sieben Damen vom „Kern-Team“, unterstützt durch viele Stoff-Spenden, weiter. Koordiniert wurden die Aktivitäten in der eigens gegründeten Facebook-Gruppe „Scheeßel hilft – Behelfsmasken nähen“. Als die allgemeine Maskenpflicht eingeführt wurde, entschloss man sich, die bunten Stofftücher für Mund und Nase gegen Spende in der Beekemanufaktur abzugeben. „Als ich am ersten Tag zu meinem gerade wieder eröffneten Laden kam, dachte ich: ‚Beim Bäcker ist aber viel los‘“, erinnert sich Brinkmann mit einem Schmunzeln. Die Schlange vor dem Geschäft war gut 50 Meter lang, „aber die Leute waren geduldig“; die rasch ausgeteilten „Not-Proseccos“ taten ihr Übriges.

So ist mittlerweile die stolze Summe von 3 000 Euro zusammengekommen, die Brinkmann im Namen ihrer Mitstreiterinnen an das geplante Hospiz in Rotenburg, die Krebsforschung des UKE in Hamburg („Das war mir ein persönliches Anliegen“), das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz und die Tagespflege der Diakonie-Sozialstation gespendet hat. Die Facebook-Gruppe ist inzwischen wieder aufgelöst, das Schnittmuster für Masken beiseitegelegt. Mit dem Nähen ist damit jedoch noch längst nicht Schluss: Das Hospiz „Zum guten Hirten“, das als „I-Tüpfelchen“ zur vierstelligen Summe auch fünf Körnerkissen von der „Wunschliste“ erhalten hatte, hat Bedarf nach mehr angemeldet – so werden die Nähmaschinen wohl auch in Zukunft weiter rattern.  hey

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