Zwischen Baum und Borke

Bürgerbus in Scheeßel braucht dringend neue Fahrer

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Hoffen auf viel Resonanz aus der Bevölkerung: Der Bürgerbus-Vorstand mit Karsten Peters (v.l.), Werner Haegebarth, Walter Jungfer, Christa Aringer und dem ehemaligen Vorsitzenden Hermann Vajen. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Die Fahrgastzahlen sind die eine Sache. „Die könnten an manchen Tagen schon mal größer sein“, sagt Walter Jungfer, der Vorsitzende des Scheeßeler Bürgerbusvereins. Welches Problem ihm und seinen ehrenamtlichen Mitstreitern gegenwärtig weit mehr schlaflose Nächte bereitet: Dem Bürgerbus fehlen die Fahrer. Sollte sich bald nicht „Nachwuchs“ finden, der den Achtsitzer durch die Einheitsgemeinde lenkt, droht dem Ende 2012 gegründeten Verein das Aus.

Er rollt und rollt und rollt, der grün-gelb lackierte Niederflurbus der Marke VW. Seitdem der Bürgerbus im Dezember 2013 unter großem Tamtam vom Scheeßeler Bahnhof aus zu seiner Jungfernfahrt aufgebrochen war, ist er aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Fünf Jahre ist das nun her, ein Zeitpunkt, an dem die Fahrer der ersten Stunde nun erneut zu einer arbeitsmedizinischen Untersuchung antreten müssen. Und genau das sei der Casus knacktus, weshalb man händeringend nach Fahrern suche, machen Jungfer und seine Vorstandskollegen Karsten Peters, Werner Haegebarth und Christa Aringer deutlich. Denn nicht alle Chauffeure, die zum Großteil schon im Rentenalter sind, würden den anstehenden Gesundheitstest, bei dem es um eine Verlängerung der fünfjährigen Lizenz geht, wohl nicht mehr bestehen. „Wir sprechen da von sieben oder acht Fahrern, die uns da von insgesamt 20 verlassen werden“, zeichnet Peters, der zweite Vorsitzende, ein eher düsteres Bild. Er ist einer der wenigen Fahrer, die noch im Berufsleben stehen. „Man kommt rum und sieht auf den Orten, was sich da alles so tut“, schwärmt der Scheeßeler für seine ehrenamtliche Nebenbeschäftigung, die so viel mehr sei, als Menschen nur von A nach B zu bringen. „Man hat ja auch schon ein persönliches Verhältnis zu seinen Fahrgästen, das ist wirklich eine feine Sache.“

Weit mehr als 10 .000 Menschen hätten von dem ehrenamtlich organisierten Nahverkehrsangebot schon Gebrauch gemacht, sagen die Bürgerbus-Oberen. Wie viele Kilometer auf den wochentäglichen Ring-Touren bereits zurückgelegt worden sind, wissen sie selbst nicht so genau. Eines aber steht fest: „Mit dem im Dezember kommenden neuen Verkehrsplan müsste nach Ablauf einer ebenfalls fünfjährigen Frist auch ein neues Fahrzeug auf die Straße. Laut Jungfer hänge man aber gerade zwischen Baum und Borke. Denn: „Wenn wir jetzt nicht zeitnahe neue Fahrer gewinnen, bräuchten wir den Bus gar nicht erst bestellen.“ Dann, sagt er, wäre Ende des Jahres Schluss.

Pkw-Führerschein reicht aus

Dabei müssten jene, die sich vorstellen können, ein- bis zweimal monatlich für jeweils vier Stunden den Bus durch die Beeke-Gemeinde zu lenken, keinesfalls befürchten, ihr Pkw-Führerschein könnte gleich eingezogen werden, sollten sie bei der erforderlichen Untersuchung, in deren Rahmen das Seh-, Hör- und Reaktionsvermögen getestet wird, durchfallen, beteuert Karsten Peters. Eine solche normale Fahrlizenz reiche im Übrigen vollkommen aus, um den Bus steuern zu dürfen.

Künftige Chauffeure müssen außerdem ein polizeiliches Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde beantragen. Wenn dann alles gut gelaufen ist, erhalten sie von der Gemeindeverwaltung einen Führerschein im Scheckkartenformat und einen Personenbeförderungsschein, der fünf Jahre lang gültig ist. Sämtliche Kosten für die Untersuchungen und die Organisation der behördlichen Vorgaben übernimmt der Verein.

Interessenten melden sich beim Vorsitzenden Walter Jungfer unter Telefon 04263 / 4762, bei Norbert Fitschen unter 04263 / 1719 oder über die Homepage des Bürgerbusvereins.

www.buergerbus-scheessel.de

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