Zweiter Poetry-Workshop an der Eichenschule stößt auf positive Resonanz

Adverbien und Alliterationen

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Auch Aufwärmübungen gehören zu einem Poetry-Slam dazu, wie Nils Straatmann seinen Schülern lehrte.

Scheeßel - Von Louisa Heyne. Samstagmorgen im Solitär der Eichenschule: Wo Musiklehrer mit ihren Schülern sonst Bach und Beethoven pauken, erfüllen heute Adverbien und Alliterationen statt Dreiklängen die Luft. Acht Jugendliche haben sich eingefunden, um sich beim Poetry-Slam-Workshop unter Leitung von Nils Straatmann mit Lyrik und Prosa zu beschäftigen.

Die Gründe, warum die Eichenschüler an dem Kurs teilnehmen, sind unterschiedlich. Während Siebtklässlerin Catalina Krüger als eine der jüngsten Teilnehmerinnen die Grundlagen des Poetry-Schreibens und vor allem -Performens lernen möchte, ist das Arbeiten in der Gruppe für „Wiederholungstäter“ Erik Brockmann vor allem Motivation, produktiver zu werden und sich mehr mit Sprache zu beschäftigen. Jonas Trochemowitz ruht sich auch nach dem gerade geschriebenen Abitur nicht aus, sondern nutzt die Gelegenheit, ein professionelles Feedback für seine eigenen Texte zu bekommen, mit denen er bisher schon vier Mal selbst an Poetry Slams teilgenommen hat.

Professionell geht es nämlich auf jeden Fall zu bei dem Angebot rund um die Sprache. Workshopleiter Nils Straatmann hat nicht nur mit seinem ersten Slam-Text vor sieben Jahren die deutschsprachige U20-Meisterschaft in Zürich gewonnen, sondern auch im März das Buch „Wo die Kartoffeln auf Bäumen wachsen“ veröffentlicht. Organisiert hatte das Angebot Deutschlehrerin Nadine Jubin, die den Wortakrobaten schon 2006 als Schüler kennenlernte.

Auch wenn die Lyrikeinheiten gleichzeitig Teil des Curriculums für die Oberstufe sind – mit dem üblichen Deutschunterricht haben die Übungen zum Schreiben und Vortragen von eigenen Texten wenig zu tun. Es gibt wohl auch wenige Lehrer, die ihre Schüler mit verschiedenen Emotionen das Alphabet lautstark über den Schulhof brüllen lassen würden.

Neben solchen Übungen zur Dynamik und Metrik haben sich die Teilnehmer außerdem erfolgreich an der Produktion eigener Texte versucht und diese in kleiner Runde vorgetragen. „Das richtige Gefühl für die Performance vor größerem Publikum lernt man am besten durch Erfahrung“, meint Straatmann, der neben seinem Theologiestudium in Leipzig auch für Zeitungen sowie Radio- und TV-Sender berichtet.

Ob einige der Teilnehmer demnächst auf regionalen Slam-Bühnen zu sehen sein werden, bleibt abzuwarten. Das Ziel, den Jugendlichen einen selbstbewussten Umgang mit der Sprache zu vermitteln, scheint geglückt. Bei einer möglichen Dritt-Auflage im kommenden Jahr dabei zu sein können sich die meisten gut vorstellen – allen voran Straatmann selbst.

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