Zweite Fragebogenrunde zu erhöhten Krebsraten / Bürgermeister Eberle appelliert an die Botheler

„Vielleicht ist die Quelle noch da“

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Dirk Eberle (v.l.), Frank Stümpel und Michael Hoopmann setzen auf mehr Fragebögen.

Bothel - Von Inken Quebe. 6970 Fragebögen hat das Gesundheitsamt des Landkreises Rotenburg im November verschickt – bis jetzt haben die Botheler 3809 davon zurückgeschickt. Um eine breitere Basis für die Ursachenforschung zu den erhöhten Krebszahlen in der Samtgemeinde zu haben, haben die Verantwortlichen das Schreiben nun ein zweites Mal an die Botheler Bürger geschickt. Sie hoffen auf noch mehrDaten.

Der Leitende Medizindirektor des Gesundheitsamtes, Frank Stümpel, nutzte die Gelegenheit beim Pressegespräch im Rathaus der Samtgemeinde, um sich für die bisherigen Rückläufer zu bedanken. „Das ist ein Vertrauensbeweis. Es fällt nicht jedem leicht, so vertrauliche Daten an das Gesundheitsamt zu schicken“, erklärte Stümpel.

Die Kehrseite der Medaille ist aber: Für eine bessere Grundlage, bevor die Auswertung der eingereichten Bögen beginnt, brauchen die Verantworlichen noch mehr davon zurück – „idealerweise jeden einzelnen“. Auch Nicht-Erkrankte und Angehörige von bereits verstorbenen Patienten sind aufgerufen, daran teilzu-nehmen. „Die Ergebnisse sind aussagekräftiger, desto vollständiger sie sind“, ergänzte Michael Hoopmann von der Abteilung Umweltepidemiologie des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Unter den 3809 zurückgesendeten Schreiben seien auch 375 gewesen, auf denen kein Name notiert worden ist. „Diese können wir nicht auswerten“, so Hoopmann.

Bei der zweiten Welle erhalten darum in den kommenden Tagen auch diejenigen erneut Post, die die Daten anonymisiert eingereicht haben. Hoopmann und Stümpel warben noch einmal für Vertrauen in die Behörde. Samtgemeinde Bürgermeister Dirk Eberle versicherte, dass die Fragebögen vertraulich behandelt werden.

Für die Jahre 2003 bis 2012 hatte eine Auswertung des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) 41 Fälle mit einem Lymphom oder Leukämie festgestellt – eine signifikante Erhöhung bei Männern. Die Befragung durch das Gesundheitsamt geht noch weiter. Sie bezieht vorher die Jahre 1995 bis 2002 sowie 2013/14 mit in die Untersuchungen ein. Für die vergangenen beiden Jahren habe eine erste Sichtung der Fragebögen schon neun weitere Fälle für Lymphome beziehungsweise Leukämie ergeben – eine erwartbare Zahl, versichert Stümpel. Bis Ende Februar sollten die Bögen beim Gesundheitsamt eingehen. Die Auswertung soll bis zum Herbst dauern.

„Wir sind dankbar, dass das Thema vom Landkreis mit so einer Akribie verfolgt wird“, lobte der Bürgermeister die bisherige Arbeit. Eberle setzt auf „aktive Nachbarschaftshilfe und selbstverständliche Solidarität, die Bögen zurückzuschicken“. Denn ihn treibt auch eine Sorge um: „Möglicherweise ist die Quelle noch da.“ Und doch gewinnt er dem Ganzen eine positive Hoffnung ab: „Die Sensibilisierung für Umwelteinflüsse im eigenen Verantwortungsbereich wird wachsen.“

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