Ferienkinder lernen beim Geocaching den Kernort kennen

Zwei Stunden geballte Heimatkunde

Der unerforschte Grabhügel aus der Jungsteinzeit ist einer der Anlaufpunkte für Hans Brauns (l.) und seine modernen Schatzsucher.
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Der unerforschte Grabhügel aus der Jungsteinzeit ist einer der Anlaufpunkte für Hans Brauns (l.) und seine modernen Schatzsucher.

Scheeßel – Geocaching – ist das nicht diese moderne Schnitzeljagd, bei dem anhand von Rätseln und geografischer Koordinaten kleine Döschen gefunden werden müssen? Genau das erfuhren die je acht Teilnehmer zweier kostenloser Kurse im Rahmen des Kinderferienprogramms des Scheeßeler Heimatvereins am Donnerstag und Freitag.

Doch dieses Mal sollte es beim Aufspüren der fünf anzulaufenden Orte, darunter der Amtsvogteipark und die St.-Lucas-Kirche, nicht primär um „Caches“ gehen, sondern um Informationen. Hans Brauns und seine Frau Renate, die für den versierten Scheeßeler Geocacher Wolfgang Eckert eingesprungen waren, machten die Tour durch den Ort zu einer Jagd nach Informationen. Was ist eine Furt, wann wurde die Kirche erbaut, und aus welcher Zeit stammen die Grabhügel hinter der Amtsvogtei ? „Das wissen erschreckenderweise die wenigstens Scheeßeler“, hat der ehrenamtliche Gästeführer festgestellt. Jette Raichelt wusste besser Bescheid: „Aus der Jungsteinzeit“, so die korrekte Antwort der Zehnjährigen, deren Vater Archäologe ist. Warum sich überhaupt Menschen im späteren „Scheeßla“ ansiedelten? „Da hatten sie fließend Wasser“, meinte Justin Klefeld aus Stemmen, mit zwölf Jahren einer der Ältesten. Er wies den anderen den Weg mit Navigationsgerät mit den vorher einprogrammierten Geodaten, das reihum von den jungen Schatzjägern bedient wurde. Wer das Garmin um den Hals hatte sagte, wo es lang ging. So führte der Weg die Gruppe auch zur Mühle. „Eine coole Sache“, befand Jette Raichelt, die sonst eher auf Pokémonjagd im Beekeort unterwegs ist und sich hier wie die meisten zum ersten Mal in der einige Jahrzehnte alten Freizeitaktivität erprobte.

Bei Kindern wie Eltern stößt das Programm des Heimatvereins durchweg auf positive Resonanz, sind die Brauchtumsbewahrer doch die einzigen im Ort, die in diesem Sommer etwas für die Kinder anbieten. „Auch die Druckwerkstattkurse und das Traumfängerbasteln waren alle ausgebucht“, meint Museumsleiter Nils Meyer zufrieden, „allerdings können wir in der derzeitigen Situation natürlich auch nur kleine Gruppen mit bis zu acht Kindern annehmen.“ Aufgrund der großen Nachfrage haben die Ehrenamtler noch zwei Termine für Traumfängerbau aufgelegt, die schon wieder ausgebucht seien, verrät Meyer. Für die Kinder endete die zweistündige Schnitzeljagd durch den Ort mit geballten Informationen über die Heimat am Häuslingshaus des Meyerhofs – sogar mit einem „echten“ Cache.

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