Alfred Wahlers geht nach 43 Jahren bei der Firma Elektro-Koslowski in den Ruhestand

Zuverlässig bis zum Schluss

Bekannt in Scheeßel wie ein bunter Hund: Alfred Wahlers (l.) mit seinem ehemaligen Chef Michael Wieborg und dessen Frau Birgit.
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Bekannt in Scheeßel wie ein bunter Hund: Alfred Wahlers (l.) mit seinem ehemaligen Chef Michael Wieborg und dessen Frau Birgit.
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Scheeßel – Alfred Wahlers zeichnet etwas aus, was heutzutage wohl nur noch die wenigsten Arbeitnehmer schaffen: Ganze 43 Jahre arbeitete der gelernte Elektroinstallateur in ein und demselben Betrieb, der Firma Elektro-Koslowski an der Hirschberger Straße in Scheeßel. Da fällt der Gang in den Ruhestand nicht unbedingt leicht – und ja, auch er müsse sich erst mal an sein neues Leben gewöhnen, gesteht der 65-Jährige Aber wie sagt man doch noch gleich so schön: Niemals geht man so ganz. Und so ist Wahlers noch immer einmal pro Woche in jener Firma, die für ihn über so viele Jahrzehnte eigenen Worten zufolge wie ein zweites Zuhause gewesen sei. „Alfred ist einfach zu gut für die Rente“, schmunzelt Michael Wieborg, sein Chef. Von 100 auf Null zurückzuschalten – das sei für ein Arbeitstier, als welches er seinen Mitarbeiter erlebt habe, stets zuverlässig und die persönlichen Interessen hinten angestellt, auch gar nicht ideal. „Ich hoffe, dass es bei dem einen Tag bleiben wird, hat er sich seine Freizeit doch redlich verdient.“

Über einen Betriebswechsel habe er nie nachgedacht, sagt Wahlers. Auch nicht, als die Firma 2003 in neue Hände übergeben worden war. „Damals bin ich quasi mitverkauft worden.“ 1970 begann das Scheeßeler Urgestein, das in der Landwirtschaft aufgewachsen war, seine Lehre bei Stangen in Rotenburg. Nach dreieinhalb Jahren legte er zunächst einen Zwischenstopp als Wehrdienstleistender beim Bund ein, landete anschließend in einem Betrieb, der kurz nach seinem Einstieg aber auch schon wieder pleite gehen sollte. „Mein Verschulden war das nicht!“, versichert Wahlers augenzwinkernd. Sein Meister-Kollege, Hans-Jürgen Koslowski, habe sich daraufhin an der Hirschberger Straße mit einer eigenen Elektro-Firma selbstständig gemacht. Im Mai 1977 sei das gewesen. Und seit der Gründung sei auch er von Angang an mit an Bord gewesen – und geblieben.

Viele seiner Kunden aus der Anfangszeit kennen ihn noch als den reisenden Monteur – „und noch bis zuletzt haben einige dieser Leute bei ihm angerufen mit der Bitte, er möge doch zum Beispiel ein Gewinde wechseln“, weiß Birgit Wieborg, die im Betrieb ihres Mannes mitarbeitet, zu berichten. Dabei hatte Wahlers sein Metier da schon lange vom reinen Außendienstler auf bauleitnerische Tätigkeiten im Büro verlegt, was unter anderem Angebotserstellungen, Projektabwicklungen und Abrechnungen mit einschloss. „Ich war während der kompletten Ausführungsphase baubegleitend tätig“, nennt der frischgebackene Ruheständler den Schwerpunkt seiner Arbeit, die sich im Laufe der Jahrzehnte doch arg gewandelt habe. „Da ist natürlich immer mehr Technik in die Häuser reingekommen.“ Und ja, auch die EDV habe immer mehr im Beruf Einzug gehalten.

Die Auftragsabwicklung, die habe ihm jedenfalls immer viel Spaß gemacht. „Ich kann mich wenig beklagen“, blickt der 65-Jährige auf die zurückliegenden Dekaden zurück. Erst neulich, pünktlich zu seinem Renteneintritt am 1. Juli, verabschiedeten ihn die Bürokollegen mit einem Festschmaus im Oldenhöfener Rauchfang. Im großen Kreis, also auch im Beisein der Monteure, soll noch am Freitag eine Sause stattfinden.

Und danach? Wie stellt er sich seinen Lebensabend vor? „Wir werden wohl mehr reisen“, sagt Alfred Wahlers, der auch im MSC Eichenring Mitglied ist. Wir – das sind er und seine Frau. „Und die geht nächstes Jahr auch in Rente – das passt also ganz gut.“

Von Lars Warnecke

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