Wie sich Scheeßeler Parteien, Wählergruppen und Einzelkandidaten auf die Kommunalwahl vorbereiten

Politiker auf der Zielgeraden

Am 11. September ist Kommunalwahl in Niedersachsen. In der Einheitsgemeinde Scheeßel laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Der 11. September wird ein spannender Tag: An diesem Sonntag ist Kommunalwahl, und in Scheeßel können insgesamt 10 730 Bürger ihre Kreuzchen machen, um den Gemeinde- und den Kreistag neu zu wählen. Drei Monate vor dem Termin bringen sich die örtlichen Parteien, Wählergruppen und Einzelkandidaten in Position. Unsere Zeitung hörte sich um, wie es um die Vorbereitungen hinter den Kulissen steht.

Die Liste steht und soll schon bald bei der Gemeinde eingereicht werden. Somit ist die CDU ein Stück weiter, als die anderen. Sie haben entweder noch gar nicht mit der Kandidatenaufstellung begonnen oder sind noch dabei. Für alle gilt der 25. Juli, 18 Uhr, als Stichtag. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen sämtliche Vorschläge zur diesjährigen Kommunalwahl vorliegen. Verspätet eingereichte Wahlvorschläge würden zurückgewiesen, heißt es aus dem Rathaus.

„Daher empfehlen wir auch, sie vor dem Termin abzugeben, damit sie rechtzeitig vorgeprüft und etwaige Mängel möglichst noch vor Ablauf der Einreichungsfrist behoben werden können“, teilt Stefan Behrens von der Gemeindeverwaltung mit.

Derzeit hat die Gruppe von SPD, Grünen und Gruppe 57 eine Mehrheit im Scheeßeler Gemeinderat. Ob dies so bleibt, können die Wahlberechtigten am 11. September in der Zeit von 8 bis 18 Uhr entscheiden. Die CDU hat sich zumindest zum Ziel gesetzt, wieder die meisten Mandatsträger zu stellen. „Wir sind guter Dinge“, sagt der Ortsverbandsvorsitzende Manfred Lieder.

Für das höchste politische Gremium der Einheitsgemeinde würden bisher insgesamt 22 Kandidaten antreten, nicht wieder dabei sind die langjährigen Ratspolitiker Ernst-August Kröger und Renate Bassen. „Mit einer Altersstruktur von Mitte 20 bis Anfang 70 ist unsere motivierte Mannschaft gut aufgestellt und kann außerdem eine gute Balance zwischen jungen und erfahrenen Politikern aufweisen“, findet Lieder.

Er habe bei den CDU-Aktiven zumindest schon einmal einen hohen Grad an Motivation ausgemacht. Regelmäßig treffe man sich nun, um die Aktionen für den Wahlkampf zu planen und vorzubereiten. „Zurzeit beschäftigen wir uns mit der Gestaltung der Flyer und Texte“, sagt er.

Auf der Zielgeraden sind nach Aussage des Scheeßeler Ortsvereinsvorsitzenden Johannes Hillebrand die Mitglieder der SPD. Über Kandidaten möchte er mit Verweis auf die noch zu erfolgende Abstimmung in der Partei noch nicht sprechen. Nur so viel ist ihm zu entlocken: „Wir haben durchaus gute Rückmeldungen bekommen.“

So hält es auch Arthur Lempert, Vorstandssprecher vom Scheeßeler Ortsverein der Bündnisgrünen. Auch er nennt bislang keine Namen, auch wenn schon „mindestens drei Kandidaten auf dem Zettel stehen“. Die Findungsphase sei aber vor Ende Juni noch nicht abgeschlossen, daher die Zurückhaltung. „Gut aufgestellt und gerüstet“, sehen sich der Sotheler und seine Mitstreiter für die Wahl. „Wir sind eine kleine Truppe, die alle wichtigen Kernbereiche vertreten wird.“ Seit kurzem seien die Flyer zur Neukandidatengewinnung fertig und einige auch schon verteilt.

Nicht mehr für die Partei antreten werden Gabriela Villwock, Horst Raatz und Karsten Peters. Das bislang für die Grünen im Gemeinderat sitzende Trio hat die Grüne Liste als unabhängige Wählergemeinschaft gegründet. „Wir sehen uns gut aufgestellt und profitieren von unseren gesammelten Erfahrungen in der Scheeßeler Kommunalpolitik“, sagt deren Sprecherin Villwock. Derzeit sei man zwar zu Dritt, „gerne würden wir aber noch weitere Mitstreiter dazu gewinnen“.

Wie es mit der im Rat bereits etablierten Gruppe 57 weitergehen wird, lässt deren Sprecher Ralf Münkel bisweilen noch offen. „Ich selbst werde meine Wählergemeinschaft ,Menschen für Scheeßel’ zumindest nicht neu aktivieren und auf die Suche nach irgendwelchen Mitstreitern gehen“, erklärt der Westerholzer. Zum mager sei das Ergebnis vor der letzten Kommunalwahl ausgefallen. Stattdessen wolle er als Einzelkandidat antreten. „Die dafür erforderlichen Unterstützerunterschriften muss ich zunächst noch sammeln“, so Münkel.

Für ihre Parteien beziehungsweise Wählergemeinschaften erneut antreten werden Münkels bisherigen Mitstreiter in der Gruppe 57, Carsten Gehse (FDP) und Knut Nagel (WFB). „Sollten wir alle zumindest ein Gemeinderatsmandat erringen, werden wir auf jeden Fall in der bisherigen Form weitermachen“, lässt Münkel zumindest schon einmal durchblicken.

Weder einer Partei noch einer Wählergruppe gehörte bis nach seinem Bruch mit der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen der Büschelskamper Ernst Friesecke an. „Und so soll es auch bleiben“, sagt er mit Blick auf seine erneute Kandidatur. Für seine Person im großen Stil werben wolle er nicht: „Die politisch Interessierten kennen mich und können meine Arbeit einschätzen. Jeder soll frei entscheiden, ob er sich von mir im Rat vertreten wissen will.“

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