Werner Behrens schafft ungewöhnliches Museum neben den Gleisen

Zeugen der Vergangenheit

Relikte aus dem vergangenen Jahrhundert finden sich direkt am Scheeßeler Bahnhof. Fotos: Bonath

Scheeßel - Von Wieland Bonath. „Relikte aus dem letzten Jahrhundert”: Reisende, die es schaffen, bei einem kurzen Stopp auf dem Bahnhof Scheeßel ihren Blick vom Smartphone zu wenden, werden plötzlich zu „Museums- besuchern”. Sie machen eine überraschende Begegnung mit der industriellen Vergangenheit, die noch gar nicht so lange zurückliegt und trotzdem immer wieder zum Hingucker wird. Denn dort, direkt neben den Gleisen, findet sich eine ungewöhnliche Sammlung.

Die Idee dazu hatte Werner Behrens, Mineralölkaufmann und Seniorchef der Behrens GmbH Mineralöl-Produkte & Co. KG. Der 78-Jährige brachte es nicht übers Herz, ausgediente Tanksäulen und 75 Jahre alte und ältere Treibstofffässer auf einem Schrottplatz zu entsorgen. „Die Zeugen der Vergangenheit müssen erhalten und Interessierten präsentiert werden“, findet er.

Fast alles, was mit Erdöl, seinen Produkten, seinem Nutzen und auch den dazugehörigen Problemen zu tun hat, ist unter der Adresse Am Bahnhof 8 auf dem Gelände der Firma Behrens zu finden. Aus logistischen Gründen gleich neben dem inzwischen denkmalgeschützten 1873 und 1874 erbauten Scheeßeler Bahnhof.

Der Vater von Behrens, der aus Abbendorf stammende Joachim Behrens, hatte die Firma einst aufgebaut. Werner Behrens, in Rotenburg geboren, ist in Scheeßel aufgewachsen und hat dort die Eichenschule bis zur Mittleren Reife besucht. Fünf Jahre lang war er erster Vorsitzender des Scheeßeler Schützenvereins. Mittlerweile hat der Pensionär die Firma an seine beiden Söhne Jörn und Horst Peter übertragen.

Aber er selbst kann auch im Ruhestand das Arbeiten nicht lassen. Und überhaupt: Ein Tüftler und Erfinder war der Kaufmann sein Leben lang. Dabei, so Behrens, habe er sich vieles bei Handwerkern abgeschaut, quasi „mit den Augen geklaut”. Dazu gehörten eigene Konstruktionszeichnungen und das Umgestalten von Betriebsfahrzeugen sowie das Schaffen effektiverer Werkzeuge und Maschinen.

Irgendwann kam dem Scheeßeler dann der Gedanke, die Relikte der Vergangenheit zu einem kleinen Museum zusammenzustellen: Darunter finden sich Tanksäulen von BP, Aral, Jet, Texaco und BP-Olex. Hinzu kommen Ölfässer, ein 300-Liter-Treibstofffass für die Wehrmacht aus dem Jahr 1944 sowie Kanister, Diesel- und Heizöltanks. Auch die Deutsche Bahn stand auf der Matte, als Werner Behrens das kleine Museum einrichtete. Sie hielt, allerdings vergeblich, die Hand auf, um ein Salär einzustreichen. Sozusagen als Eintritt beim Halt in Scheeßel in Behrens‘ kleiner Schau – direkt neben den Gleisen.

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