Zeitgemäß und barrierefrei

Busbahnhof der beiden weiterführenden Schulen in Scheeßel wird umgestaltet

Die Gitter gegen Unfälle beim Einsteigen sind nicht barrierefrei und somit nicht mehr zeitgemäß.
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Die Gitter gegen Unfälle beim Einsteigen sind nicht barrierefrei und somit nicht mehr zeitgemäß.

Scheeßel – „Hier ist Musik drin“ – mit dieser Einschätzung umriss Marsha Weseloh, die neue Vorsitzende des Scheeßeler Schulausschusses, am Mittwochabend die Entscheidungen, die auf das neu zusammengesetzte Gremium zukommen. Denn neben dem Bauausschuss wird der Schulausschuss mit Blick auf das kommende Haushaltsjahr über den größten Ausgaben-Topf entscheiden, den die Gemeinde in den nächsten vier bis fünf Jahren zu schultern hat. „Insgesamt kommt eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe zusammen, die wir hier bewegen“, so die CDU-Frau, „eine Herausforderung, aber auch eine schöne Aufgabe, stellen wir doch die Weichen für die Zukunft der Kinder in der Gemeinde.“

Die Baustellen für Reparaturen, Sanierungen und Investitionen im schulischen Bereich sind mannigfaltig. Neben größeren Projekten wie der Sanierung der Beekeschule und des Sporthallendachs beschäftigte vor allem die geplante Umgestaltung des Parkplatzes und „Busbahnhofs“ der beiden weiterführenden Schulen am Vareler Weg die Ausschussmitglieder. Erforderlich wird die Maßnahme unter anderem durch die Vorgabe der Barrierefreiheit. Das hätte laut Heinz Mazur vom beauftragten Planungsbüro eigentlich schon bis Ende 2021 erfolgen sollen; nun sei es höchste Zeit, auch wegen der Beantragung möglicher Förderungen. Der Vertreter von PGT, das schon den Umbau an der Grundschule, am Bahnhof und am Beekekreisel realisiert hatte, war der Sitzung zugeschaltet und erläuterte mögliche Varianten für die Beseitigung von Verkehrskonflikten zwischen Bussen, Autos, Radfahrern und Fußgängern sowie eine barrierefreie Gestaltung, bei der auch die nicht mehr zeitgemäßen Gitter vor den Einstiegen wegfallen sollen. Die Varianten unterschieden sich vor allem in der Platzierung der Fahrgastinsel. Diese soll zentral gestaltet werden, um die Kommunikation der Schüler zu den unterschiedlichen Fahrzielen zu ermöglichen. „Das hat auch eine soziale Komponente“, so der Planer. Bei allen Varianten, die sich, wie Bürgermeisterin Ulrike Jungemann (CDU) auf Nachfrage erfuhr, in puncto der Kosten nicht nennenswert voneinander unterschieden, fallen einige der derzeit 100 Parkplätze weg. Der zusätzliche Platzbedarf sei mit den Fahrwegen der Gelenkbusse zu erklären, die die insgesamt fünf Haltebuchten sauber anfahren müssen, um ein barrierefreies Einsteigen zu ermöglichen. Bei der von ihm favorisierten Mittelbussteiganlage mit Busanfahrstelle von der Straße aus würden im günstigsten Fall 75 Parkplätze erhalten bleiben; ausreichend sei das nicht, gab Eichenschulleiter Christian Birnbaum auf Nachfrage an, „schon jetzt reicht es hinten und vorn nicht, aber wir erkennen natürlich die Bemühungen des Planungsbüros um eine optimale Lösung an.“

Schon jetzt reicht es hinten und vorn nicht, aber wir erkennen natürlich die Bemühungen des Planungsbüros um eine optimale Lösung an.

Eichenschulleiter Christian Birnbaum

Die Kosten für die angedachte Lösung belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, „allerdings ist nicht die gesamte Summe förderfähig“, warnte Mazur, „sicherlich eine nicht ganz billige Maßnahme, aber auch keine besonders teure.“ Nicht förderfähig seien einige Lösungen für ein großes Dach über allen Warteständen. Dieses könne beispielsweise mit Solarzellen oder als Zeltdach ausgeführt werden. Auch wenn der Planer im Hinblick auf die bis Mai einzureichenden Förderanträge auf die Dringlichkeit einer Entscheidung hinwies, bremste Fachbereichsleiter Stefan Behrens: „Sie drücken ja ganz schön aufs Gaspedal, heute wollen wir aber erst mal die Informationen aufnehmen und die Planungsunterlagen über die Feiertage sacken lassen.“ Eine Entscheidung könne eh erst im neuen Jahr gefällt werden, wenn Ausschuss und Gemeinderat erneut tagen.

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