Bürgerstiftung sponsert Schwimmkurse

Zehn Flüchtlingskinder machen Freischwimmer

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Olaf Achtabowski (v.l.) und Jürgen Lange von der Bürgerstiftung freuten sich, in Marcus Hils und Franziska Dreyer begeisterte Partner für den Schwimmkurs für Flüchtlingskinder gefunden zu haben. 

Scheeßel - Als sich Dienstag Vertreter der Bürgerstiftung mit den Schwimmmeistern Marcus Hils und Franziska Dreyer im Beekebad trafen, war es für die dritte Gruppe der Beteiligten die Rückkehr an einen Ort, an dem sie Ängste überwunden und eine wichtige Kompetenz für das Leben in der neuen Heimat gewonnen haben.

Zehn Flüchtlingskinder aus dem Iran, Irak, Afghanistan und Syrien haben hier im Sommer in insgesamt 280 betreuten Pro-Kopf-Stunden ihren Freischwimmer absolviert, einer sogar seinen Totenkopf in Silber (90 Minuten).

Den Vertretern der seit 2009 bestehenden Bürgerstiftung „Gutes für die Region“, die „fördert, wo andere Töpfe nicht greifen“, wie Vorsitzender Jürgen Lange erklärt, war es bereits zu Beginn der Saison ein Anliegen, im Einzugsgebiet der Stiftung für mehr Sicherheit in den Freibädern zu sorgen. Ihr Angebot stieß in Bothel, Fintel und Scheeßel auf offene Ohren. Ganz unbürokratisch wurde der Schwimmunterricht für alle interessierten Kinder – und auch die Mutter zweier syrischer Teilnehmer bekam einen Crashkurs – organisiert. Für die Bademeister eine zusätzliche Belastung („Das können wir nur in der Übergabezeit veranstalten, wenn wir zu zweit sind – schließlich muss die Sicherheit der anderen Badegäste auch gewährleistet sein“, so Marcus Hils). Aber eine, die die beiden gern auf sich genommen haben, denn: „Jetzt haben wir zehn Risiken weniger“, wie Hils es formuliert.

Kulturelle Hemmschwelle

Dabei stellt die Zahl derer, die das Angebot annehmen, nur einen kleinen Teil derer dar, die es nötig hätten. Eine kulturelle Hemmschwelle, wie Silvia Doberentz-Tews, Leiterin des Flüchtlingsheims im Helvesieker Weg erklärt: „Wenn die Eltern selbst nicht schwimmen können, sind die Vorbehalte, die Kinder hierher zu schicken, groß.“ Dazu komme noch die Fluchtgeschichte vieler Zugezogenen: „Wer per Boot geflüchtet ist, für den bedeutet der Schritt zum Wasser eine Überwindung!“

Für die Vertreter der Bürgerstiftung, die in der Vergangenheit unter anderem ein knappes Dutzend Defibrilatoren und entsprechende Schulungen oder die Begegnung von Schülern und Senioren unter dem Motto „Wissen geben – Erfahrungen sammeln“ gesponsert hat, ist der Schwimmkurs zunächst eine einmalige Aktion; „Erstmal schauen, was da nächstes Jahr auf uns zukommt“, meint Dirk Lange, und Stellvertreter Olaf Achtabowski versichert: „Wenn einige Gemeinden das nicht wuppen – für eine so sinnvolle Sache werden wir schon einen Topf finden!“ 

hey

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