New York Gospel Stars zelebrieren mit 600 Zuschauern Klassiker und mehr

Vokalartistik bis zum Anschlag

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Die US-Formation glänzte nicht nur mit Gospels, sondern auch aktuellen Charthits.

Scheeßel - „Are you having a good time – macht es euch Spaß?” – Dieser Satz sollte am Montagabend in der St.-Lucas-Kirche nicht nur einmal fallen. Und Frohsinn ist bei dem Konzert der „New York Gospel Stars“ nicht nur Zweck, sondern auch irgendwie vorprogrammiert. Denn die vier Sängerinnen, drei Sänger, Pianist und Drummer, die aus dem „Big Apple“, dem Zentrum des Gospels gekommen sind, um die gesungene Gottesanbetung in den Beeke-Ort zu bringen, erweisen sich, wie auch bei ihrem letzten Besuch vor zwei Jahren hier, als Vollprofis.

Mit allesamt gut ausgebildeten Stimmen, jede von ihnen solofähig – das sollen sie im Laufe der zwei Sets à 50 Minuten vor mit 600 Zuschauern so gut wie ausverkauftem Haus beweisen –, dazu jede Menge Performance und den absoluten Willen, diesen Abend für die Zuschauer mit einer mitreißenden Show zu einem Erlebnis werden zu lassen.

Mit viel Inbrunst und Bewegung intonieren die Vokalartisten „My Soul is aching“ oder „Joy to the World“, bekannteres wie „He‘s got the whole World“ findet im Medley zum Mitsingen statt. Dabei kommen vor allem die Show-Elemente nicht zu kurz: Als Sängerin Latoya Duggan den Klassiker „Oh when the Saints“ als gemütlichen Honky Tonk anstimmt, wird sie von Zeremonienmeister Craig Wiggins in die zweite Reihe verwiesen: „Tina Turner macht das!“ – und das geht ab.

Sicher, die Stimmen schrauben sich allzu oft gen Anschlag, so viel Ekstase nutzt sich auch mal ab. Aber die New Yorker Formation ist professionell genug, auch ruhigere Kontrapunkte einzubauen: Das Cocker-Warrens-Duett: „Up where we belong“ – auch hier gibt es in Punkto „höher, lauter, leidenschaftlicher“ kaum ein Halten – ebenso wie ein Tribut an Whitney Houston oder „I believe I can fly“ mit gleich zwei Solisten. In diesen ruhigeren Momenten zeigen die Akteure: Sie können auch anders. Besonders gilt das für das leicht angejazzte „Amazing Grace“ als wohltuendes Solo nur zur Keyboardbegleitung – auch wenn auch dies im Superlativ endet: Natürlich geht es auch ohne Mikro – wer hätte das nicht gedacht?

So gibt es im Publikum bei aller Begeisterung auch einige kritische Stimmen. Während Susanne Dürr, die mit drei Generationen – Mutter, Tante, und Tochter – gekommen ist, „völlig hin und weg“ ist, und Tochter Celine gar meint: „Wenn jeder Gottesdienst so wäre wie heute, würde ich häufiger kommen!“, sind Tante und Mutter nach dem ersten Teil eher verhalten denn euphorisch: „Wir kennen Gospels etwas anders – da war doch arg viel Gekreisch dabei!“

New York Gospel Stars in Scheeßel

Begeistert ist, nicht erst nach „Oh Happy Day“ in der Zugabe, auch Lina André, Sängerin von Double Minded und früher im Gospelchor aktiv: „Schöne Arrangements, mitreißend, berührend – das macht einfach Spaß!“

hey

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