Hobbypilot und Fotografin veröffentlichen Wandkalender mit reizvollen Ansichten

Das Wümmeland von oben

Die Scheeßeler Mühle mit Mühlenteich und Wümmeschleife hat auch im Herbst ihren optischen Reiz.

Scheeßel/Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Blühende Rapsfelder, ein Schwarm Kraniche auf dem Weg nach Süden, die mäandernde Wümme – Julian von Bothmer und Ulla Heyne stehen in einem kleinen Meer von Farben und Bildern. Die Auswahl von 13 aus etwa 40 Motiven fällt eben nicht leicht, sollen bei ihrem Kalender „Wümmeland von oben“ doch die Eigenheiten und typischen Merkmale ihrer Heimat ebenso Eingang finden wie unterschiedliche Orte und Jahreszeiten. Wenn die beiden die Abzüge so von oben betrachten, ist das genau die Perspektive, die sich dem Hobbypiloten und der freien Journalistin auch boten, als die beiden das ambitionierte Projekt aus der Vogelperspektive starteten.

2016 müsse das gewesen sein, mutmaßen die beiden im Gespräch. Es war Hurricane und man hatte sich zum Überfliegen des Eichenringgeländes verabredet. Beim Umrunden der überfluteten Campingplätze und des matschbraunen Infields entdeckten die beiden auch andere Motive, darunter die Wümme oder die Scheeßeler Mühle – und ihre gemeinsame Leidenschaft für ungewohnte Perspektiven und die Schönheit der Natur auch auf dem platten Land. Die hatte es dem Lauenbrücker Familienvater, der als Immobilienfachmann auch beruflich immer wieder in die Luft geht, um die Objekte zu fotografieren oder mit Kunden zu sichten, schon seit etlichen Jahren angetan. Heyne dagegen kannte derartige Luftaufnahmen nur vom Kalender: „Ein paar Jahre hatten wir immer die von Jean-Jaques Annaud an der Wand – ich hätte nie gedacht, dass nicht nur Wüsten und Berge, sondern auch unser plattes Land so faszinierende Motive bereit hält.“, meint die 51-Jährige.

Aus einem „Man müsste mal“ wurde schließlich ein konkreter Plan. Drei Jahre lang überflogen sie das Wümmeland, insgesamt sechs oder sieben Mal, „je nach Zeit, Wetter, Jahreszeit und besonderen Naturschauspielen wie zum Beispiel der Heideblüte“, so der 40-Jährige. Das gestaltete sich nicht immer leicht. Beim Flug in den Sonnenuntergang klemmte die Fotoklappe. Also hieß es: Landen und Schrauben. „Als sie wieder geschmeidig lief, war das letzte Licht weg“, erinnert sich die Pressefotografin. Ein andermal vereitelte ein Schwalbennest im Steuerruder den Start. Die winterlich-überzuckerte Landschaft 2017 brachte Temperaturen von minus 15 Grad mit sich – da versagte selbst die Batterie der zuverlässigen C42. Der nachbestellte Akku wurde nicht geliefert – erst Tage später fand von Bothmer sie im Garten, wo der Paketbote ihn „zugestellt“ hatte – da hatte sich der weiße Wintertraum in der Region allerdings schon längst erledigt.

Umso glücklicher sind die beiden Enthusiasten nun, für jeden Monat des großformatigen Wandkalenders das passende Motiv gefunden zu haben. Dabei geht es ihnen nicht um Profit – ein Teil der Erlöse geht an die Hospizarbeit im Raum Rotenburg. „Abzuheben und unsere schöne Heimat mal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben zu dürfen, ist ein Geschenk – wenn wir dieses Erlebnis auch nur ansatzweise mit unseren Fotos teilen können, wäre das schön“, hofft von Bothmer. Dabei dürften Einheimische, Ehemalige und Gäste nicht nur Spaß am Erkennen offensichtlicher Motive wie der Mühle, dem Jeersdorfer Kreisel am Dreschplatz oder dem Tister Bauernmoor haben. „Das eine oder andere Motiv lädt auch zum Rätseln ein“, verrät die Wahl-Scheeßelerin. Für diejenigen, die den weißen Strich auf braunem Grund im April nicht als „Spargel unter Folie“ erkennen oder das türkisene Stück Südsee als Sandkuhle bei Westerholz, geben die Bildunterschriften Aufschluss, ansonsten setzen die beiden ganz darauf, dass – ganz entgegen sonstiger beruflicher Prämissen – „ein Bild mehr sagt als 1000 Worte“.

Die limitierten Kalender im A3-Format zum Preis von 9,90 Euro sind in allen Scheeßeler Apotheken, bei der Buchhandlung Lesezeichen in Scheeßel und Zeven, bei Papier Ehlen in Sittensen und im Infobüro in Rotenburg erhältlich. Für die beiden Aero-Junkies schon jetzt klar: „Wir fliegen weiter!“

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