Gleich drei Künstler einer Familie bestreiten 60. Rathaus-Ausstellung

Worte, Welten und viele farbenprächtige Werke

Drei ganz unterschiedliche Künstler und ihre Welten begrüßte Rathauschefin Käthe Dittmer-Scheele (2.v.r.): Ihre Freundin Edith Schulz, deren Lebenspartner Manfred W. Witte und das jüngste Familienmitglied Emma Schürmann. - Fotos: Heyne

Scheessel - Von Ulla Heyne. Wenn Bürger das Scheeßeler Rathaus besuchen, betreten sie niemals nur eine Welt der Bürokratie, sondern – dank der regelmäßigen Ausstellungen dort – immer auch ein Reich der Kreativität. Dass sie nun in gleich in drei Welten eintauchen können, liegt an der besonderen Konstellation der jüngsten Ausstellung mit dem Thema „Gegensätze ziehen sich an“, die mit rund 30 Gästen eröffnet wurde.

Und die kamen zunächst unverhofft in den Genuss einer rund 20-minütigen Lesung. Fühlt sich Manfred W. Witte, einer der ausstellenden Künstler, doch schwerpunktmäßig dem geschriebenen und gesprochenen Wort verpflichtet. In seinem neuen Text- und Gedichtband „Leben lebt im Erleben“ widmet sich der Rotenburger in seinen Lebensweisheiten und Gedanken elementaren Themen wie Glück, Freundschaft und Liebe. Erstaunlich: Seinen farbenprächtigen sprachlichen Bildern setzte er mit seinen Bildern, ebenfalls von Symbolen wie Rose, Harfe oder dem „Schlüssel zur Freiheit“ geprägt, Schwarz-Weiß-Bilder in Punkttechnik entgegen: „So werden Strukturen, wie die von Bäumen, deutlicher, der Kern und das Wesen der Dinge sichtbarer“, erklärt Witte seinen ganz eigenen Ansatz.

Im Kontrast dazu stehen die Werke von Lebensgefährtin Edith Schulz: Die großflächigen Acrylwerke der Hobby-Malerin strotzen vor Farbintensität, Optimismus und einer zumeist heilen Welt voller Blütenmeere oder Elfen. Ihre Werke, die auch schon in einer Arztpraxis, einem Seniorenheim oder beim Ahauser Herbst ausgestellt wurden, versteht sie als Gegenentwurf zur Realität: „Das fließt aus mir heraus, wenn ich die schrecklichen Dinge im Fernsehen höre“, so die ehemalige Westervesederin und Nachbarin der Hausherrin in jungen Jahren.

Die eigenen Welten, die die beiden Künstler sich malend erschaffen, sind denn auch das verbindende Element. Dies gilt auch für die dritte Künstlerin im Bunde. Die erst 14-jährige Emma Schürmann, ebenfalls ein Familienmitglied, gab den Besuchern mit ihren Buntstiftzeichnungen von Tieren Einblicke in ihre Phantasie. Denn nicht immer zeichnet sie die Bilder, die sie im Internet gegoogelt hat, eins zu eins nach: Da hat der Löwe schon mal einen Schmetterling auf der Nase, und bei „Wolfsblut“ wagt sich die Schülerin, die zeichnet, „so lange ich denken kann“, an die ersten Abstraktionen.

Das „Nachbarsmädchen von früher“ Käthe Dittmer-Scheele darf sich auch bei der 60. Ausstellung nach eigenem Bekunden nicht nur über so viel Engagement freuen, sondern auch über farbenfrohe Tupfer, „vor denen schon jetzt viele Mitarbeiter stehen bleiben.“

Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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