Workshop zum Kreisbläser vereint Hobbymusiker aus dem gesamten Landkreis

Andacht, Ansatz und Aire

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Konzentriertes Arbeiten und viel Spaß kennzeichnete den Workshop anlässlich des diesjährigen Kreisbläsertages.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Sie sind Mitte 20 oder jenseits der 80, kommen aus Rotenburg, Fintel oder Sottrum und haben Trompete, Posaune oder Tuba im Gepäck. Doch wenn die Instrumentenkoffer verstaut sind, eint die Teilnehmer am Kreisbläsertag eines: Die Musik.

Als Workshopleiter für den Kreisbläsertag hatte Organisator Andreas Winterhalter keinen Geringeren als Reinhard Gramm eingeladen, seines Zeichens Landesposaunenwart des Sprengels Stade. Und zu dem gehören immerhin 100 Chöre und rund 2200 Bläser. „Einige von ihnen kenne ich persönlich, bei anderen nur das Gesicht“, so der Posaunist und Dirigent, der sich auch als Komponist einen Namen gemacht hat. Geneigten Scheeßelern dürfte noch Gramms Auftragskomposition anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Posaunenchors der St.-Lucas-Kirche im Ohr sein, das er bereits zwei Mal im Beeke-Ort zu Gehör brachte.

Auch an diesem langen Übungstag standen Eigenkompositionen auf dem Programm – aber auch andere Stücke wurden vom Blatt erarbeitet. Dabei achtete Gramm besonders auf eine stilistische Vielfalt: „Sinn und Zweck ist nicht, den Spielern nur die neue Literatur des ‚Bläserhefts 2014‘ nahe zu bringen, sondern auch verschiedene Stilrichtungen.“ So wurden neben klassischen Stücken – wie Bourrée und Aire von Prätorius – auch „Geh aus mein Herz“ als Marsch oder eine leicht angeswingte Version des Kirchenlieds „Komm, Herr, segne uns“ mit viel Elan eingeübt. Doch nicht nur um das Wecken des Interesses an neuen Stücken ging es Gramm, sondern auch „um mehr Ansätze und Ideen für das Üben zuhause sowie einer Sensibilisierung für die Verbesserung des Klangs.“

So standen vor der Arbeit mit Instrument und Notenpult erst einmal Atemübungen auf dem Programm. Da ließ Gramm imaginäre Hummeln akustisch durch den Saal des Harmshauses fliegen, später Wespen im Crescendo, gefolgt vom „Ausatmen wie auf dem Nürburgring“. Aber auch die Körperhaltung wurde thematisiert. Zwischendurch gab‘s Geschichten über das 20000 Teilnehmer große Kreisposaunenfest, an deren Organisation der Musical-Autor beteiligt ist.

Die Teilnehmer, zur Hälfte aus dem Posaunenchor der St.-Lucas-Kirche, der Rest aus dem gesamten Landkreis, wusste das Angebot eines exklusiven Übungstages unter ebenso kompetenter wie tiefenentspannter Anleitung zu schätzen: „Hier komme ich endlich dazu, auch selbst mal zu spielen“, sagte Magdalena Vasterling, die sonst selbst in Rotenburg am Dirigentenpult steht.

Nach drei intensiven Probenphasen von je eineinhalb Stunden wurden die erarbeiteten Stücke im Rahmen einer musikalischen Andacht dem spärlich erschienenen, aber umso interessierteren Publikum gespielt. Gerade bei „Komm, Herr, segne uns“ ergaben sich besondere Synergien, als Pastor Lars Rüter mit einigen Gedanken zur Entstehung des Liedes und seiner Aktualität in der heutigen Zeit dessen Bedeutung auch textlich unterstrich.

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