Versammlung der St.-Lucas-Kirchengemeinde ist für längere Öffnungszeiten / Neue Paramente

Sie wollen eine offene Kirche

Kunsttherapeutin Kerstin Gieseke stellte den Gemeindemitgliedern ihre Entwürfe für die Paramente vor. - Foto: Jürges

Scheeßel - Stillstand bedeutet Rückschritt. So heißt es häufig, und dem möchte die evangelische St.-Lucas-Gemeinde mit einer für jedermann offenen Kirche entgegenwirken. An fünf Tagen für mindestens vier Stunden soll das Scheeßeler Gotteshaus geöffnet haben – ohne Aufsicht. Ganz neu ist das Thema nicht, wie am Mittwochabend während der Gemeindeversammlung im Harmshaus deutlich wurde. Seit Mitte vergangenen Jahres schon spielt der Vorstand mit dem Gedanken, die Öffnungszeiten von St. Lucas über die Gottesdienste hinaus zu erweitern. Der Ruf, so Pastor Jens Ubben, sei schon damals von der Landeskirche Hannover gekommen. Der Gedanke: Warum nicht auch andere Menschen, zum Beispiel Touristen, an der Kirche teilhaben lassen und ihnen einen Ort der Besinnung bieten? Die Kerngemeinden, so Ubben weiter, würden eh immer kleiner. Unter den anwesenden Gemeindemitgliedern jedenfalls traf der Vorschlag auf Zustimmung. „Ich wünsche mir, dass es zum Frühjahr nächsten Jahres umgesetzt werden kann, aber ich wage da keine Prognose“, sagte Ubben. Zunächst müssten minimale Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden – an manche Türen im Inneren der Kirche kommt dann vielleicht doch noch ein Schloss. „Die ,offene Kirche‘ wäre aber ein weiter Schritt in Richtung Gastfreundschaft – und das ist ja nun mal auch im Sinne einer christlichen Kirche“, so der Geistliche.

Ein weiteres Thema: die neuen Paramente, welche die jetzigen – zerschlissen und nach Empfinden der Verantwortlichen nicht mehr zeitgemäß – ersetzen sollen. Erst vor wenigen Jahren wurde in dem Gotteshaus vieles saniert und erneuert. Nun kommen auch noch wertvolle Stoffe hinzu, die den Altar neu einkleiden werden. Entsprechende Entwürfe aus eigener Hand stellte Kerstin Gieseke in der Versammlung vor. „Hierbei geht es um die Farben, nicht um die christlichen Symbole“, erklärte die Kunsttherapeutin den Gemeindemitgliedern. So stünde jede Farbe, ob Grün, Weiß oder Violett, für einen Zyklus im Kirchenjahr Die Entwürfe sollen nun zunächst an eine Weberin gegeben werden. Zu Ostern, so hofft Gieseke, sollen die Stoffe dann zum ersten Mal aufgehängt werden können – „und auch hoffentlich von Nicht-Gemeindemitglieder bestaunt werden“. - cj

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