Das Beispiel Scheeßel zeigt: Auch auf dem Tennisplatz kann Integration gelingen

Sie wollen doch nur spielen

Vorhand, Rückhand oder Schmetterball – diese Scheeßeler Neubürger haben den Dreh raus.

Scheeßel - Beim Tennis und in der Gemeinschaft die eigenen Probleme vergessen: Dieses Angebot macht der Tennisclub Blau-Weiß Scheeßel gleich einer ganzen Reihe von Flüchtlingen. Der Verein hat sich entschlossen, knapp zehn Neubürger aus Syrien, Afghanistan und dem Irak aufzunehmen. Und inzwischen steht fest: Auch auf dem Platz kann Integration gelingen.

„Obwohl sie noch nicht so viel Deutsch verstehen, leisten sie doch hervorragende Arbeit“, meint Wolfgang Staritz. Er hat als C-Trainer beim Tennisclub die Flüchtlinge unter seine Fittiche genommen – und trägt Sorge dafür, dass sie mit Tennisschlägern ausgestattet wurden, während die Sparkasse die Schuhe spendete. „Leider fehlt noch die passende Tenniskleidung, mit Jeans geht das Sprinten zum Ball nicht so einfach“, weiß Staritz.

Vor einigen Wochen sei im Verein die Idee aufgekommen, den in der Unterkunft am Helvesieker Weg lebenden Flüchtlingen mit Tennisspielen etwas Ablenkung vom Alltag zu bieten, erinnert sich der Coach. Er selbst habe bei den Bewohnern angefragt, ob sie Lust hätten – und sie hatten. Knapp zehn Flüchtlinge zeigten sich an einem Schnuppertraining interessiert, ohne je vorher einen Tennisschläger in der Hand gehalten zu haben. „Erst einmal haben die Teilnehmer barfuß erste Vor- und Rückhandbälle trainiert“, so Staritz.

Inzwischen finden die Übungsstunden einmal pro Woche auf der Anlage des TC statt. Jüngster Spieler ist der neunjährige Ali, der gemeinsam mit seinem Vater Hussein die gelbe Filzkugel über das Netz drescht.

Der Trainer ist begeistert: Innerhalb von nur vier Wochen hätten alle Akteure enorme Fortschritte gemacht. „Sprachprobleme gibt es nicht, geringe Deutschkenntnisse gemischt mit Englisch und Übersetzungsprogramme auf dem Smartphone reichen voll aus“, meint Staritz, der im Anschluss an die Trainings im Flüchtlingsheim bei einer Tasse Tee über das Geleistete mit den Flüchtlingen fachsimpelt.

Von Lars Warnecke

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