Wolfgang Brandes hält Vortrag zur Entstehung von „Stille Nacht, heilige Nacht“

Aus Oberndorf in die weite Welt

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Hans-Joachim Schmidt (l.) und Erika Vauk (r.) vom Heimatverein mit Wolfgang Brandes.

Fintel - Von Hannelore Rutzen. Was verbindet Fintel mit dem Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“? Dieser Frage ist Wolfgang Brandes, Mitglied der Freudenthal-Gesellschaft, bei einem Vortrag nachgegangen, zu dem der Heimatverein Fintel eingeladen hatte.

Die Antwort auf die Ausgangsfrage konnten sich die Anwesenden angesichts des Referenten bereits denken: Friedrich Freudenthal; aber warum? Freudenthal lebte in Fintel und war mit vielen Persönlichkeiten, Dichtern und Denkern bekannt, so auch mit dem damals bekannten Publizisten Joseph Gottlieb, berichtete Brandes. Dieser bat ihn, einen Spendenaufruf zu unterzeichnen für ein Denkmal, das dem Komponisten Franz Xaver Gruber und dem Textdichter Joseph Mohr des bekanntesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“ gewidmet werden sollte.

Brandes berichtete interessant und spannend mit vielen Hörbeispielen über die Entstehung und Verbreitung eines der bekanntesten Weihnachtslieder – „Stille Nacht, heilige Nacht“ – und erläuterte, wie es seine Bekanntheit erlangte.

Für „Stille Nacht, heilige Nacht“ schrieb 1816 Joseph Mohr den Text und 1818 Franz Xaver Gruber die Komposition. Zu Weihnachten 1818 erklang es zum ersten Mal in Gitarrenbegleitung. Brandes erläuterte: „Dass dieses Lied aus Oberndorf weitum bekannt wurde, wird dem Orgelbaumeister Karl Mauracher zugeschrieben.“ Dieser habe damals die desolate Orgel der örtlichen Kirche repariert, wobei der das Lied erstmals hörte. Über ihn gelangte es zu den Geschwistern Rainer (Marie, Felix, Anton, Josef und Franz), die es für den Kirchenchor übernahmen. Sie trugen es dem Habsburger Kaiser Franz I. und dem Zaren Alexander I. vor. Es verbreitete sich immer weiter. Zum ersten Mal druckte man es dann 1833 in Dresden.

Der Zeit entsprechend wurde der Liedtext ein paar Mal umgeschrieben. Johann Heinrich Wichern münzte den ursprünglich verwendeten Begriff „Jesu“ in „Christ“ um; eine weitere Textveränderung erfuhr das Lied 1909 als es zum „Arbeiterweihnachtslied“ wurde.

Während der NS-Zeit versuchte man anfangs, es durch das Lied „Hohe Nacht der klaren Stern“ zu ersetzen. Während des Zweiten Weltkrieges aber wurde es von Soldaten an allen Kriegsschauplätzen gesungen, erläuterte er weiter.

Seit der ersten Einspielung durch das US-amerikanische „Haydn Quartet“ auf Schallplatte 1905 gehört das Weihnachtslied zu den meistverkauften weltweit. Allein die Aufnahme von Bing Crosby im Jahr 1935 erreichte bis 2003 etwa zehn Millionen Exemplare. Heute gibt es Übersetzungen in mehr als 300 Sprachen und Dialekte.

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