Wurfzelt gegen Campingstuhl

Wohltätigkeitsorganisationen vernetzen sich auf dem Hurricane

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Synergie: Für die Tafel tätige Eichenschüler verladen Campingstühle für die Beekelöwen.

Scheeßel - Sammelobjekt Raviolidose: Wenn die meisten der 78.000 Besucher das Hurricane am Montagvormittag verlassen, geht für viele die Arbeit los. Nicht nur für Arbeiter, die Bühnen und Cateringunternehmen, die ihre Stände abbauen. Noch bevor das Gelände für die Armadas an Dosenpfand-Glücksrittern freigegeben wird, durchsuchen Menschen in orangenen Warnwesten die Hinterlassenschaften.

Wohltätigkeitsorganisationen wie die Tafeln, Hanseatic Help oder Foodsharing stellen all das sicher, was dem Kreislauf wieder zugefügt werden kann.

Einlagerung von Zelten, Isomatten und Kochtöpfen

Unter ihnen sind die Helfer der Beeke-Löwen, des Unterstützerkreises des Kinder- und Jugendhospizes „Löwenherz“. Drei Mitarbeiter aus Syke bauen Schulter an Schulter mit lokalen Helfern, darunter viele Jugendliche – über soziale Medien aktiviert und um 10 Uhr noch von den Spuren des Feierns gezeichnet – Zelte ab. Aber auch Schlafsäcke, Isomatten und Kochtöpfe kommen auf den übermannshohen Stapel für die Einlagerung.

In diesem Jahr waren Thomas Voss und seine Mitstreiter an der Ausgabestelle schon am Freitag komplett ausverkauft; 1200 Euro an Spenden sind so zusammengekommen, so viel wie nie. „Dieses Jahr haben wir doppelt so viel eingesammelt“, meint er mit Blick allein auf rund 300 Campingstühle.

Eichenschüler sammeln Dosen für die Tafel

Bereits seit Sonntag und mit 40 statt 15 Mann und einem 7,5-Tonner vor Ort ist die Hilfsorganisation Hanseatic Help. Im Vorjahr gingen die sichergestellten Hurricane-Zelte an Hamburger Obdachlose ebenso wie an ein Flüchtlingscamp im französischen Calais. Die Helfer durften bereits am Sonntag auf das Gelände, um auf ihre Aktionen aufmerksam zu machen; ihre Logistik wird von den örtlichen Lions finanziert. „Paradiesische Voraussetzungen, von denen wir nur träumen können“, so Voß.

Dominik Bloh und seinen Mitstreiter geht es vor allem um Wurfzelte und Schlafsäcke. Spontan vor Ort kommt es zu einer ersten Vernetzung: Die von Hanseatic Help eingesammelten Campingstühle wandern im Tausch gegen einige Zelte auf den Anhänger von Beekelöwen-Helfer Tammo Weseloh. Dort tummelt sich bereits ein Dutzend Eichenschüler. Über den Kontakt zu Lehrerin Anke Janssen helfen die Elftklässler beim Einsammeln von Dosen für die Scheeßeler Ausgabestelle der Rotenburger Tafel.

Helfer wünschen sich etwas mehr Kommunikation vom Veranstalter

Auch deren Organisator Günter Saxer spricht von Synergieeffekten, nicht nur innerhalb der Tafel, heute packen Vertreter aus Zeven, Visselhövede und Sottrum mit an, sondern auch mit den alten Hasen vom Foodsharing. Die sortieren an Ort und Stelle vor: Die Dose mit Nudelsuppe auf den Tafel-Stapel, angebrochene Packungen und Frisches wird selbst mitgenommen. Die Caterer sind ebenfalls mit im Boot: Auch ihre überschüssigen Lebensmittel werden eingesammelt und an Bedürftige verteilt. Für das kommende Jahr, so das einhellige Credo aller Verantwortlichen, will man sich im Vorfeld noch intensiver vernetzen, um weitere Synergien zu bilden. Dabei wünschen sich einige auch eine noch bessere Kommunikation mit dem Veranstalter: „Die waren die letzten zwei Wochen für uns gar nicht zu erreichen“, bedauert „Beeke-Löwe“ Thomas Voß. Das habe konkrete Konsequenzen gehabt: „Die Polizei war schlecht informiert, wir mussten warten, bis unser Einsatz abgeklärt war.“

Für Saxer und sein Team war es gar nicht so leicht, an diesem Morgen auf das Gelände zu kommen: „Wir wurden schließlich von einer Polizeieskorte geleitet.“

hey

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