Wochenmarkt in Scheeßel bietet regionale Produkte und viel Service für die Kunden

Teamarbeit bei jedem Wetter

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Persönlicher Kontakt ist für Kunden auf dem Scheeßeler Wochenmarkt entscheidend.

Scheeßel - Von Stefanie Heitmann. Obst, etwas Brot, Fisch und ein paar Blumen: Auf dem Wochenmarkt in Scheeßel bieten Händler aus der Region ihre saisonalen Spezialitäten an. Und neben einem Plausch und persönlicher Beratung erfüllen die Beschicker auch gerne den ein oder anderen Sonderwunsch. Doch der Job hinter der Theke ist nichts für zartbesaitete Stubenhocker.

Ab 7 Uhr morgens stehen die ersten Händler samstags mit ihren Waren bereit. In der schmalen Straße An Miesners Hof können die Kunden Produkte aus der Umgebung erwerben: Honig aus Hemsbünde, Blumen aus Grauen bei Schneverdingen oder frischen Fisch aus Rotenburg.

Einen der beiden Obst- und Gemüsestände auf dem Markt betreibt Torsten Brunkhorst. Der Gärtner und Gemüsebauer bietet über 70 verschiedene Sorten Obst und Gemüse über das ganze Jahr an, die er auf seinem Hof in Elsdorf anbaut. „Besonders beliebt bei den Marktbesuchern sind meine alten Tomatensorten“, sagt er. „Jetzt im Herbst sind vor allem Lager- und Suppengemüse wie Sellerie sowie Wintersalate wie Feldsalat oder Kresse sehr gefragt.“ Die Kunden würden bei ihm aber auch spezielle Sorten kaufen, etwa die „Oxhella“, eine besonders aromatische Möhrenart. „Ich experimentiere gerne. So biete ich auch Sorten wie blauen Blumenkohl oder schwarze Kartoffeln an.“

Und das schätzen seine Kunden, wie Margrit Jäger-Waldau. „Ich komme jeden Samstag vorbei“, sagt die Scheeßelerin. Der persönliche Kontakt sei für sie entscheidend. „Wir haben sehr viel Spaß, scherzen gemeinsam. Wir sind eingespieltes Team“, so Jäger-Waldau.

Seit 2010 steht Brunkhorst jeden Samstag auf dem Scheeßeler Wochenmarkt. Viel Arbeit sei das Verpacken am Abend zuvor, das Aufbauen und das Anbieten der Waren auf den Märkten bei jedem Wetter. „Es ist schon hart: Im Sommer ist es sehr heiß und im Winter sehr kalt“, sagt Gemüsebauer. Und krank sein kann er sich nicht erlauben. „Ich arbeite allein. Wenn ich krank bin, dann kann ich nicht auf den Markt kommen.“ Die Kunden, die bei ihm einkaufen, würden vor allem die größere Auswahl schätzen, auch „wenn nicht jede Möhre ganz perfekt aussieht“. Die Marktbesucher kauften bewusster, würden nach Spezialitäten und Sorten fragen, die in den Regalen der Supermärkte nicht zu finden seien, so der Elsdorfer. „Das ist unser Vorteil.“

Auch Karl-Heinz Feldmann und seine Familie verkaufen ihre Fleisch- und Feinkostwaren aus eigener Herstellung auf dem Scheeßeler Wochenmarkt. Der Brockeler ist einer der „Urgesteine“ des Marktes. „Ich habe 1998 den Betrieb von meinen Eltern übernommen und ausgebaut. Damals begann ich auch, meine Waren auf dem Wochenmarkt in Scheeßel anzubieten“, sagt Feldmann. Doch der Markt musste erst noch aus seinem Dornröschenschlaf erwachen: Feldmann war zeitweise der einzige Händler vor Ort.

Um vom Marktgeschäft leben zu können, reicht es für Feldmann nicht aus, nur in Scheeßel seine Waren anzubieten. Auch in Tostedt, Rotenburg, Buchholz in der Nordheide und Schwarmstedt stehen die beiden Verkaufswagen. In Brockel hat der Hofladen zusätzlich geöffnet. Das Sortiment werde ständig ergänzt, neue Produkte entwickelt und angeboten, Sonderbestellungen ermöglicht, damit die Kunden ihnen treu bleiben.

Doch die Geschäfte seien für die Beschicker nicht einfach. „Wir können mit den niedrigen Preisen der Discounter nicht mithalten“, sagt Feldmann. Gute Qualität – vor allem beim Fleisch – für wenige Cent gebe es nicht. Das wüssten seine Kunden zu schätzen, von denen es auch unter der Woche gerne mehr geben könne. „Vor allem am Wochenende gibt es mehr Menschen, die Zeit haben, um auf dem Wochenmarkt einzukaufen.“

Doch neben den manchmal schwierigen Bedingungen würden die Händler ihren Job nicht aufgeben: „Es ist vor allem das gute Verhältnis zu den anderen Anbietern, was die Arbeit auf dem Markt ausmacht“, sagt Torsten Brunkhorst. „Wir sind keine Konkurrenten, sondern wie eine Familie.“

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