„Das ist wirklich Lebensqualität“

Umfrage im Kernort: Die Scheeßeler leben gerne in ihrer Gemeinde

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Der Kernort Scheeßel aus der Vogelperspektive – rund 6 800 Menschen leben hier und offenbar auch ganz gerne.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Wie sehen die Bürger ihre Gemeinde und wie gerne leben sie hier? Unsere Zeitung wollte es wissen und hat bei den Scheeßelern einmal nachgehakt. Bestnoten gab es bei der Meinungsumfrage viele – für das örtliche Bildungsangebot zum Beispiel oder die Einkaufsmöglichkeiten. Aber, wie sagt man so schön: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Im Großen und Ganzen aber fühlen sich die Menschen in ihrer Heimat richtig wohl.

Das sagt Heike Lauritzen, 51, aus Jeersdorf: „Wer wie ich in der Großstadt aufgewachsen ist, weiß das Landleben, wenn er es denn einmal so richtig kennengelernt hat, nur noch mehr zu schätzen. Die Ruhe hier ist einfach toll. Wir sind vor fast 20 Jahren von Hamburg nach Jeersdorf gezogen – mehr oder weniger der Kinder wegen, die sich hier viel freier bewegen konnten. Scheeßel bietet enorm viele Einkaufsmöglichkeiten, alles ist schnell mit dem Fahrrad erreichbar. Nur ein paar mehr Spielplätze, wo sich die Kleinen austoben können, könnte es schon noch geben.“

Maren Schröder, 42, Scheeßel: „Ein Dorf mit Stadtcharakter – das ist Scheeßel für mich. Ob Schulen, Kindergärten, unser Schwimmbad, ein Baumarkt oder Ärzte – es mangelt an nichts und das ist gut so. Klar, und dann haben wir ja auch noch alle Supermärkte hier, die, wie ich finde, gut verteilt liegen. Einen Combi, wie er wohl nach Scheeßel kommen soll, brauchen wir dann eigentlich nicht mehr.“

Michaela Plitzner, 45, Scheeßel: „Ich bin mit 17 von Westervesede nach Scheeßel gezogen und habe das nie und nimmer bereut. Wer wie ich kein Auto besitzt, kann hier auch mit dem Bus von A nach B kommen – das schätze ich sehr. Was mir persönlich noch fehlt: Es gibt zwar ein Jugendzentrum, aber für die ganz kleinen Kinder könnte es durchaus noch mehr Angebote geben, wo sie mit ihren Eltern hingehen können.“

Hans-Jürgen Thiele, 61, Scheeßel: „Ich selbst lebe mit einer Gehbehinderung, bin auf den Rollator angewiesen. Was mir dadurch immer wieder auffällt: Viele Bordstein müssten für Menschen wie mich viel flacher sein – so ist es in Scheeßel mit der Barrierefreiheit leider nicht gut bestellt.“

Renate Spieker, 79, Veersebrück: „Hier ist viel Natur, ich kenne die Leute von früher, man kommt überall gut hin und es herrscht kein Trubel, wie in der Stadt – deshalb lebe ich gerne in der Gemeinde. Vielleicht fehlen noch ein paar schöne Geschäfte, und ein bisschen mehr Kultur könnte es hier auch geben.“

Levin Streit, 28, Scheeßel: „Ich studiere in Duisburg und bin gerade mal wieder bei meinen Eltern zuhause. Was mich wirklich an Scheeßel nervt: das Schmuddelwetter (lacht). Aber Spaß beiseite: Wir haben hier eine astreine Schulbildung, alle Schulformen sind da – das ist wirklich Lebensqualität. Man lebt auf dem Land, hat es aber trotzdem nicht weit zur Stadt – ob per Metronom oder über die nahegelegene Autobahn. Dass Scheeßel jetzt in den HVV kommt, war längst überflüssig. Mich freut‘s.“

Markus Kruse, 45, Scheeßel: „Gebürtig komme ich aus Münster, mich hat der Beruf nach Scheeßel verschlagen – und das aus Überzeugung. Hier lässt es sich wirklich gut leben, allerdings müsste angesichts des hohen Verkehrsaufkommens innerorts langsam mal die Umgehungsstraße kommen. Und sollte der neue Supermarkt tatsächlich kommen, wird es die Situation noch verschärfen, da bin ich mir sicher. Was ich mir persönlich wünschen würde, wäre ein besseres Kneipenangebot, wo man mal gemütlich sein Feierabendbierchen trinken kann.

Hanna Siefuß, 67, Scheeßel: „Ich lebe hier, weil ich einen Scheeßeler geheiratet habe – hergezogen bin ich schon vor 42 Jahren. Man hat in Scheeßel einen Friseur, viele Lebensmittelmärkte – nur Klamottenläden gibt es leider kaum welche. Dafür eine wunderschöne Landschaft, die wir immer wieder gerne mit dem Fahrrad erkunden“.

Ibrahim Yahya, 26, Scheeßel: „Seit acht Monaten lebe ich im Flüchtlingscamp am Helvesieker Weg. Scheeßel ist ein wunderbarer Ort, so klein und überschaubar, mit vielen lieben Menschen. Probleme gibt es für mich keine. Ich bin gerne hier.“

Toni Edel und Pacey Harm, beide 13, Scheeßel: „Scheeßel ist ein Ort der vielen Möglichkeiten – es gibt zahlreiche sportliche Freizeitangebote wie Fußball oder Handball. Super ist auch das Freibad und – klar – das Hurricane-Festival vor der Haustür. Unnötig ist es, dass es hier gleich zwei Eiscafés gibt. Und an Dönerläden mangelt es ja auch nicht gerade. Mehr Klamottenshops wären stattdessen toll.“

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