Fuhrenkamp-Anwohner sind mit Umleitungsstrecke alles andere als glücklich

Nun wird nachgebessert

Mit schwerem Gerät waren am Donnerstag Bautrupps in der Vareler Heide unterwegs, um die Umleitungsstrecke zu ertüchtigen. Fotos: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Seit einer Woche ist der Fuhrenkamp, hinter den Einmündungen Weidenröschenweg und Vor der Eulenkammer bis zur Einmündung Wichelweg, voll gesperrt – und das hat schon für mächtig Verdruss gesorgt. Nicht etwa darüber, dass die Anwohner nunmehr einen recht kurvigen Umweg in Kauf nehmen müssen, um ihre Siedlung mit dem Auto verlassen zu können. Nein, viele Betroffene kritisieren, dass die von der Gemeinde während der Endausbauarbeiten eingerichtete Ausweichstrecke über Varel bis zur B 75 wegen ihrer miesen Fahrbahnbeschaffenheit – es handelt sich um einen nicht gerade breiten und ziemlich löchrigen Wald- und Wiesenweg – rein gar nicht als solche geeignet sei.

Diese Meinung teilt auch Tomas Meyer. „Das ist schon ziemlich blauäugig in der Planung gelaufen“, sagt der „Fuhrenkamper“, der selbst nun jeden Tag die Umleitung zu nehmen habe. Seiner Ansicht nach hätte die Strecke spätestens mit Beginn der Sperrung ausgebessert werden müssen. „So herrschen da jetzt jedenfalls chaotische Zustände, die wir Anwohner nicht hinnehmen wollen.“ Auch Tim Albers, Meyers Nachbar, macht seinem Ärger Luft. „Eine Gemeinde muss bei solchen Bauvorhaben doch eine präparierte und rechtmäßig ausgeschilderte Umleitungsstrecke zur Verfügung stellen – mit Mineralgemisch und entsprechender Tragschicht“, meint der Scheeßeler. Das sei hier definitiv aber nicht der Fall gewesen. „Ausweichen ist auch unmöglich! Was ist, wenn es zu einem Krankenwagen oder Feuerwehreinsatz kommen muss? Erreichen die Einsatzkräfte dann pünktlich ihr Ziel?“

Und Michael Kroll, Bewohner des Eschenwegs, fragt: „Warum wird in Kauf genommen, dass die Anwohnerfahrzeuge völlig verdreckt sind oder, noch schlimmer, wenn durch überstehende Äste der Lack zerkratzt wird oder die Fahrzeuge in den tiefen Schlaglöchern aufsetzen?“ Seine Frau, sagt er, habe sich in den vergangenen Tagen jedenfalls nicht getraut, in ihr Auto zu steigen – aus Angst, im Morast stecken zu bleiben.

Der Gemeindeverwaltung sind solche und ähnliche Äußerungen durchaus bekannt. Seit Anfang dieser Woche konnte sie sich vor massiven Beschwerden ob des kaputten Wirtschaftswegs kaum retten. Dafür verspricht sie jetzt, die Ausweichstrecke im unbefestigten, mit vielen Löchern und Steinen versehenen Bereich von der Einmündung Ostlandsiedlung bis nach Varel durch die mit dem Fuhrenkamp-Endausbau beauftragte Firma neu profilieren, befestigen und regelmäßig ausbessern zu lassen. Ebenso solle beidseitig neben der Asphaltfahrbahn jeweils durchgängig ein ein Meter breiter Schotterstreifen zur Befestigung und Befahrbarkeit im Begegnungsverkehr angelegt sowie die Schlaglöcher ausgebessert werden. Diese Nachbesserungsarbeiten, heißt es, würden verwaltungsseitig auch kontrolliert.

Tim Albers, der im Ahornweg wohnt, wertet diese Ansage zumindest als einen kleinen Teilerfolg für die Anwohnerschaft. „Ich halte es aber für absolut notwendig, die Umleitungsbeschilderung bis Ende der Ausbesserungsarbeiten abzudecken oder umzudrehen“, sagt er. Schließlich könnten nur so die Arbeiten ungehindert voranschreiten und alle nicht informierten Personen würden somit nicht über die Strecke geführt.

So weit will die Gemeinde aber nicht gehen. „Da es sich dabei nur um eine Übergangslösung handelt, wird die vorhandene Beschilderung der Umleitungsstrecke nicht verändert“, heißt es ihrerseits in einer Mitteilung. Damit die Ausbesserungsarbeiten aber schnell und unkompliziert umgesetzt werden könnten, solle währenddessen im vorderen Bereich des Fuhrenkamps immerhin der zuletzt ebenfalls gesperrte Eschenweg wieder freigegeben werden, sodass die Anlieger von dort aus zu ihren Häusern gelangen könnten. „Sobald die Umleitungsstrecke ordnungsgemäß befestigt wurde, wird der Weg aber wieder gesperrt, da dann die Asphaltdecke des Fuhrenkamps aufgerissen wird und die Arbeiten an der Stelle wie geplant voranschreiten können“, kündigt sie an.

Warum man nicht von vornherein die Ostlandsiedlung von der B 75 als Umleitungsstrecke geöffnet habe, worauf sich viele Nachfragen bezogen hätten, erklärt die Verwaltung damit, dass diese ja eine Privatstraße sei und man wegen des Höhenunterschiedes zur Bundesstraße keine Möglichkeit sehen würde, den Verkehr über diese zu leiten.

Es wird also endlich nachgebessert, das ist klar. Am Donnerstag liefen die entsprechenden Maßnahmen auf Hochtouren. Eine Antwort, meint Tim Albers, bliebe die Gemeinde den betroffenen Anwohnern aber wenigstens noch schuldig: „Wer bezahlt die Waschkarten oder Reparaturen für unsere Fahrzeuge?“ Tomas Meyer beschäftigt derweil noch eine ganz andere Frage. „Warum heißt es seitens der Verwaltung, dass wir Anwohner die Bauarbeiter während der Sperrung für irgendwelche Anlieferungen ansprechen können? Meines Erachtens sind die Arbeiter dort, um zu arbeiten und nicht, um sich um unsere Sendungen zu kümmern.“ Grundsätzlich, sagt er, seien die „Fuhrenkamper“ froh, dass ihre Straße endlich schön gemacht werde. „Wir wohnen immerhin schon seit 20 Jahren hier und haben sie die ganze Zeit als Baustraße befahren müssen.

Bis Ende des Jahres, kündigt die Gemeinde an, sollen die Arbeiten im genannten Abschnitt noch andauern, bevor es mit dem Tostedter und dem Güstrower Weg in die dritte und damit letzte Etappe geht. Erst danach soll die mit Tempo-20-Schildern ausgestattete Umleitungsstrecke über Varel und die B 75 aufgelöst werden.

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