„Wir sind nicht illiquide“

Zeitspende für Diakonie-Sozialstation

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Claus-Dieter Winkelmann (l.) und Karsten Müller-Scheeßel (r.) vom Vorstand der Kirchenstiftung freuten sich, Marianne Kuhn (2.v.l.) und Cirsten Möller-Bassen von der Diakonie-Sozialstation auch in diesem Jahr symbolisch eine Zeitspende überbringen zu dürfen.

Scheeßel - Alle Jahre wieder – so begann Stiftungsvorsitzender Karsten Müller-Scheeßel die diesjährige symbolische Übergabe von Ausschüttungen der Kirchenstiftung an die Diakonie- und Sozialstation und seinen damit verbundenen jährlichen Statusbericht. Und Recht hat der Stiftungsvorsitzende – zumindest teilweise.

An den Ausschüttungen für die diakonische Arbeit, in der gegenwärtig rund 220 Patienten von 52 Mitarbeitern betreut werden, hält die Stiftung ebenso fest wie an der Beteiligung an der Stelle der Jugenddiakonin Sabine Gerken. Allerdings bleib auch die 2003 gegründete Stiftung mit einem Vermögen von mittlerweile mehr als 550.000 Euro vom niedrigen Zinsniveau nicht verschont und muss folglich Abstriche machen: Während die rund 35 Stunden „Zeitspende“ für Gespräche mit Patienten und Angehörigen, die nicht über das allgemeine Krankenkassensystem abrechnungsfähig sind, wie in den Vorjahren mit 750 Euro bezuschusst wird, muss man die Zuschüsse für die Jugenddiakonin im kommenden Jahr auf 1. 500 Euro halbieren.

„Luft nach oben“

Dennoch habe die Stiftung noch „Luft nach oben“, wie Rechnungsführer Claus-Dieter Winkelmann betont: „Wir sind nicht illiquide!“ So wurde in diesem Jahr die Kinderkathedrale mit 250 Euro bedacht und auch die kurzfristige Anschaffung von Luthercomics für die Grundschule Scheeßel sei noch drin gewesen: „So flexibel wollen wir trotz allem bleiben.“ In Zukunft könnte das gewährleistet werden, indem Zustiftungen, die in Gänze dem Stiftungsvermögen zufließen, zu Spenden umgewidmet werden. „Von dieser Möglichkeit haben wir bis jetzt jedoch nur einmal Gebrauch gemacht“, betont Müller-Scheeßel.

Mit weiteren Zuflüssen rechne man im Rahmen der neuerlichen Bonifizierungsphase, bei der die Landeskirche die in diesem Zeitraum gestifteten Beträge um ein Drittel aufstockt – allerdings nur für solche Stiftungen, die nachgewiesenermaßen „lebendig sind“. Dies gelte für die Scheeßeler auf jeden Fall, die im kommenden Bonifizierungszeitraum auch mit Sonderaktionen wie dem zweiten Konzert von Eli Lohoff und Elke Oppermann am 16. Februar aufwarten. In der Erstauflage 2013 war so ein Erlös von 2 800 Euro erzielt worden. Und zu guter Letzt soll, so hat es der Vorstand der Kirchengemeinde beschlossen, auch der in Kürze erbetene freiwillige Gemeindebeitrag in die Kasse der Stiftung fließen.

„Unser Team macht mehr, als mit Geld bezahlbar ist“ 

Für die Geschäftsführerin der Diakonie-Sozialstation Scheeßel-Fintel, Marianne Kuhn, und Pflegedienstleistung Cirsten Möller-Bassen ist die Zuwendung ein Geschenk, das die Mitarbeiter in ihrem Tun bestärke: „So können wir den diakonischen Gedanken in unserer Arbeit verwirklichen“, so Kuhn, „unser Team macht mehr, als mit Geld bezahlbar ist – das ist nicht überall so!“

Müller-Scheeßel ist überzeugt, dass das Geld gut angelegt ist: „In einer Organisation wie dieser, die im heutigen Pflegeumfeld schwarze Zahlen schreibt, wird gut gewirtschaftet und das Geld gezielt genutzt.“ Allein im Vorjahr hatte die ambulante und Tagespflegeeinrichtung einen Patientenzuwachs von 25 Prozent zu verzeichnen, „nicht nur an alten Menschen, sondern auch durch immer frühere Entlassungen aus dem Krankenhaus“, erklärt Möller-Bassen. 

hey

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