Feuerwehren in Scheeßel stellen zu Zeiten der Corona-Pandemie den Übungsbetrieb komplett ein

„Wir beschränken uns auf den Einsatzfall“

Thomas Opitz ist Feuerwehrsprecher in Scheeßel.

Scheeßel – Was tun, wenn‘s brennt? Klar, man ruft die Feuerwehr. Aber wie ist es eigentlich um deren Einsatzbereitschaft in der Corona-Krise bestellt? Und können die Kräfte überhaupt in diesen Wochen den Übungsbetrieb noch aufrechterhalten? Fragen, die wir Thomas Opitz, Sprecher der Scheeßeler Gemeindefeuerwehr, gestellt haben.

Herr Opitz, Corona macht natürlich auch vor dem Einsatzgeschehen der Feuerwehren nicht Halt. Inwieweit erschwert dies die Arbeit für die Kameraden?

Da muss man in Corona-Zeiten eine Änderung in der örtlichen Alarm- und Ausrücke- Ordnung vornehmen. Dazu ist auch jeder Feuerwehrkamerad aufgerufen, seinem Gruppenführer oder auch Ortsbrandmeister Veränderungen in seiner Einsatzbereitschaft mitzuteilen – ob nun im Krankheitsfall, dazu zählt in der heutigen Zeit jegliche Erkrankung, oder einfach auch nur Unabkömmlichkeit, zum Beispiel wegen Kinderbetreuung. In unserer Gemeinde sind die Ortsbrandmeister aufgefordert worden, einen Überblick zu haben, wie seine Einsatzbereitschaft im Ort ist und dies dann auch dem Gemeindebrandmeister weiter zu melden, wenn es Probleme gibt.

Können die Kräfte im Ernstfall überhaupt den erforderlichen Abstand einhalten?

Im Ernstfall wird natürlich der erforderliche Abstand eingehalten. Zum einen, indem wir die Einsatzkräfte vor Ort auf ein Minimum reduzieren und mit Mundschutz ausrüsten. Und zum anderen, indem wir im Bedarfsfall unter schwerem Atemschutz arbeiten. Das zweite bündelt natürlich die Einsatztätigkeit und die Manpower. Sobald es die Einsatzlage zulässt, werden einzelne Kameraden frühzeitig aus dem Einsatz samt Fahrzeug entlassen, um auch hier das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. An unseren neueren Fahrzeugen ist heute ja auch ein Hygienebord in der Standardbeladung vorgeschrieben. Auf diese Weise kann man sich also vor Ort die Hände waschen und auch desinfizieren.

Welche Maßnahmen werden denn in der Feuerwehr ergriffen, um Risiken zu minimieren? Gibt es da einen speziellen Notfallplan?

Kommt es zum Einsatzgeschehen, werden Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus speziell auf die Fahrzeuge verteilt, da man mit einem Minimum an Personal im Erstangriff – je nach Einsatzlage – zum Einsatzort fährt und im Bedarfsfall Kräfte nachrücken lässt. Wenn die Feuerwehr beispielsweise zur Tragehilfe und Unterstützung des Rettungsdiensts alarmiert wird, dann rückt heute maximal ein Fahrzeug aus. Vor Ort werden die Kameraden mit zusätzlichen Einmalanzügen ausgerüstet, unter anderem vom Rettungsdienst.

Kann der Übungsdienst unter den Aktiven unter den gegenwärtigen Bedingungen überhaupt noch aufrechterhalten werden?

Nein. Für die Feuerwehren der Gemeinde Scheeßel ist zurzeit ein striktes Übungs- und überhaupt ein Versammlungsverbot erlassen worden. Auch an den Niedersächsischen Akademien für Brand- und Katastrophenschutz ist der Lehrgangs- und Ausbildungsbetrieb eingestellt worden. Auf Kreis- und Ortsebene sind laufende Lehrgänge ebenso unterbrochen worden. Kameradschaftliche Zusammenkünfte, Versammlungen und auch Dienstsitzungen sind generell zu unterlassen. Die Feuerwehr beschränkt sich in ihrer Arbeit momentan auf den Einsatzfall.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Meistgelesene Artikel

„Land schafft Verbindung“: „Mit der AfD nichts am Hut“

„Land schafft Verbindung“: „Mit der AfD nichts am Hut“

Zentrale Frage: Wie lange?

Zentrale Frage: Wie lange?

SPD allein zu Haus

SPD allein zu Haus

Corona-Regeln sorgen für Verwirrung in Rotenburg - jetzt darf Jawoll wieder öffnen

Corona-Regeln sorgen für Verwirrung in Rotenburg - jetzt darf Jawoll wieder öffnen

Kommentare