„Wir beide verstehen uns blind“

Interview: Scheeßeler Tennis-Legende Egon Leippi ist seit 62 Jahren auf dem Court unterwegs

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Egon Leippi (l.) und Hajo Wohlberg sind seit mehr als 50 Jahren ein äußerst erfolgreiches Tennis-Spitzendoppel.

Scheeßel - Von Hannes Ujen. Stets mit einem sympathischen Lächeln unterwegs, so kennt man Egon Leippi, der fast 46 Jahre lang vom Lehrling bis zum Vorstandsvertreter bei der Sparkasse Scheeßel arbeitete. In seinem heimischen Tennisclub Blau-Weiß Scheeßel kennt fast jeder den erfolgreichen Sportler, der in seiner beachtlichen 62-jährigen Karriere als Einzel- und Doppelspieler unzählige Siege und Titel für seinen Verein errungen hat.

Auf Versammlungen und Ehrungen wurde der 73-Jährige schon oft als „einer unserer wichtigsten Männer und vorbildlicher, von großer Fairness geprägter Sportler“ bezeichnet. Egon Leippi ist auch weiterhin erfolgreich als Seniorspieler auf dem Tenniscourt unterwegs. Wir sprachen mit dem Grandseigneur des Scheeßeler Tennissports über seinen Werdegang.

Herr Leippi, wie hat es bei Ihnen mit dem Tennis angefangen?

Egon Leippi: Ich kam im Jahr 1945 als kleines Baby auf der Flucht aus dem Warthegau bei Posen mit Pferd und Wagen in meine neue Heimat nach Scheeßel. Als zwölfjähriger ballsportbegeisterter Schüler brachte mich mein damaliger Sportlehrer Fritz Schön bei einer Werbeaktion zur Nachwuchsgewinnung zum 1951 gegründeten Tennisclub Blau-Weiß Scheeßel. Der Verein nahm mich dann auf und förderte mich als Flüchtlingskind und Sohn einer Kriegerwitwe auf besonders großzügige Art und Weise.

Wie wurden Sie damals beim TC Blau-Weiß unterstützt?

Leippi: Das war eine tolle Sache. Zum einen hat mich der Club für drei Jahre beitragsfrei gestellt und zum anderen erhielt ich kostenlose Trainerstunden von Fritz Dubau, der damals Lehrer an der Eichenschule war. Ich bin Fritz Schön und Fritz Dubau bis zum heutigen Tag unendlich dankbar für ihr uneigennütziges Engagement. Denn ohne sie hätte ich meine erfolgreiche sportliche Entwicklung nicht nehmen können. Beim Verein habe ich mich mit 20-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als Kassenwart, Sportwart und Vorsitzender für die großzügige Förderung bedankt. Zusätzlich habe ich auch viele kostenlose Trainerstunden gegeben.

Aus dem Tennisschüler Egon Leippi wurde der erfolgreiche Einzel- und Doppelspieler, der für seinen Verein und für sich unzählige Erfolge erzielte. Wie lässt sich das in wenigen Worten beschreiben?

Leippi: Ja, dazu gäbe es seitenweise zu erzählen. Angefangen von meinen Stationen der Freundschaftsspiele mit Nachbarclubs, den mehrfachen Titeln als Club-, Kreis- und Bezirksmeister sowie zahlreichen Erfolgen bei den Jungsenioren. Beispielsweise konnte ich 1985 als Vizemeister im Einzel und im Doppel bei der Niedersächsischen Jungsenioren-Meisterschaft und bei den Herren im Seniorenbereich bis zur Regionalliga Nord-Ost, der höchsten deutschen Spielklasse, Erfolge feiern.

Apropos Doppel: In dieser Sparte gelten sie als Spezialist.

Leippi: Seit mehr als 50 Jahren spiele ich mit meinem Freund und Tennispartner Hajo Wohlberg im Doppel zusammen, der ebenfalls auch schon gut 60 Jahre aktiven Tennissport betreibt. Wir beide verstehen uns blind, wissen genau, wie sich der Doppelpartner jeweils im Spiel verhält und haben schon viele Erfolge und Titel eingeheimst. Und es geht weiter: Erst kürzlich haben wir mit einem 6:3- und 6:0-Erfolg gegen Schwanewede mit dazu beigetragen, dass sich die Herren 65 des TC Blau-Weiß den vorzeitigen Klassenerhalt in der Verbandsliga sichern konnten.

Woher kommt Ihre Faszination für den Tennissport?

Leippi: Tennis ist eine wunderschöne Sportart – egal ob im Einzel, Doppel oder als Mannschaft, egal ob draußen an der frischen Luft oder im Winter in der Halle. Auch im fortgeschrittenen Alter kann jeder Interessierte das Tennisspiel noch gut erlernen und ausführen.

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