Ortsrat will Bürgermeinung einholen

Windenergie – Ja oder Nein?

Schon drei Wochen vor der Bundestagswahl haben die Osterveseder die Möglichkeit, ihr Kreuzchen zu setzen – in diesem Fall geht es jedoch darum, ob sie einen Windpark vor der Haustür haben wollen.

Ostervesede - Von Lars Warnecke. 270 Hektar – so groß ist das Gebiet in der Gemarkung Ostervesede, das der Landkreis im Entwurf zur Neuaufstellung seines Regionalen Raumordnungsprogrammes (RROP) als eine von insgesamt 20 Windenergie-Vorrangflächen ausgewiesen hat. In Stein gemeißelt ist das noch nicht.

Noch können im Zuge eines für diesen Herbst angesetzten zweiten Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahrens Einwände vorgebracht werden. Auch der Osterveseder Ortsrat möchte Stellung beziehen – jedoch nicht ohne vorab die Meinung aus der Einwohnerschaft gehört zu haben. Eine Bürgerumfrage im Dorf soll Klarheit bringen. Bindend ist das Votum für den Rat allerdings nicht.

„Wir möchten unsere Entscheidung festigen“, verkündete Ortsbürgermeister Andreas von Fintel am Dienstagabend in der mit rund 40 Einwohnern gut besuchten Sitzung, „und wir schauen, ob unsere Einstellung zu diesem Thema richtig ist.“ Warum dann überhaupt die Bürger befragen, wenn deren Votum eh nicht in die Stellungnahme einfließt, wollte eine Zuhörerin im Saal wissen. 

„Wenn wir dagegen sind, erwarte ich, dass auch der Ortsrat dagegen ist, alles andere wäre doch völlig sinnlos“, gab sie zu bedenken. „Wenn sich so viele Bürger an der Umfrage beteiligen, dass das Ergebnis am Ende repräsentativ ist, werden wir uns sicher der Meinung beugen“, versuchte von Fintel die Wogen zu glätten. „Es wäre doch unklug, wenn 99 Prozent einen Windpark wollen, und unsereins dagegen ist.“

Befragung am 3. September

Wie auch immer, die Umfrage kommt. Am 3. September, einem Sonntag, sind alle wahlberechtigten Bürger aus Ostervesede, Deepen und Einloh dazu aufgerufen, in ihrem Dorfgemeinschaftshaus ihr Kreuzchen – pro oder contra Windenergie-Ausweisung, wahlweise auch mit einer Begründung – auf dem Stimmzettel zu hinterlassen. Von 10 bis 18 Uhr ist dafür Zeit, noch am selben Abend will der Ortsrat das Ergebnis bekannt geben.

Die Potenzialfläche, die vom Kreis vorgeschlagen wird und auf die bereits zwei Windparkbetreiber-Konsortien ihr Auge geworfen haben, liegt zwischen Ostervesede und Lünzen. Sollte das RROP den Weg für eine Ansiedlung in der Gemarkung frei machen, würden dort 13 Anlagen errichtet werden.

Öffentliche Auslegung geht in die zweite Runde

Für den Osterveseder Ortrat wiederholt sich das Prozedere. Schon im vergangenen Jahr hatten deren Mitglieder im Zuge einer ersten Öffentlichkeitsbeteiligung eine Stellungnahme zu dem Entwurf abgegeben. Die wiederum fand Einzug in einem an den Landkreis gerichtetes Manifest der Gemeinde Scheeßel, in dem ebenso zahlreiche verschiedene Einwände und Anregungen auch aus anderen Ortschaften Berücksichtigung fanden.

Nachdem im Mai dieses Jahres der Fachausschuss des Kreistags den zweiten RROP-Entwurf auf den Weg gebracht hatte (inklusive Streichung einiger Vorranggebiete), geht die öffentliche Auslegung nun in eine zweite Runde. „Ende August wird es mit den Unterlagen losgehen“, gab Joachim Köhnken von der Scheeßeler Verwaltung während der Sitzung einen Ausblick. „Danach haben wir als Gemeinde dann zwei Monate Zeit, eine Stellungnahme abzugeben.“

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