SPD will die Straßensperren um Westeresch entfernen

Große Diskussion um 25 Zentimeter

+
Der Poller versperrt den Westerescher Wohltweg. „Ein Sicherheitsrisiko“, sagt die SPD-Fraktion.

Scheeßel - Von Matthias Röhrs. Sie sind nur 25 Zentimeter hoch, dennoch bargen die Straßenpoller im Holzweidenweg in Jeersdorf und im Westerscher Wohltweg großes Diskussionpotential im Scheeßeler Ausschuss für Hoch- und Tiefbau, Planung und Umwelt. Die SPD-Fraktion sieht in ihnen eine Gefahr.

25 Zentimeter, so steht zumindest auf der Beschilderung zu den Straßensperren. Nach über zehn Jahren Dienst haben sie jedoch deutlich an Höhe verloren. Mit den Pollern will die Gemeinde verhindern, dass Autos die Wirtschaftswege rund um Westeresch als Abkürzung benutzen. Trecker, Fahrräder und Geländewagen können durch, kleinere Autos jedoch nicht – auch wenn es Fahrer immer wieder versuchen.

„Ein Sicherheitsrisiko“, sagte Detlev Kaldinski, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Scheeßeler Gemeinderat, im Ausschuss. Er berichtete von mehreren Unfällen aufgrund dieser Poller. Beispielsweise von einer Gruppe Jugendlichen, deren Navigationsgerät sie auf dem Weg zur Westerescher Maisfeldfete über einen der Poller führte, die aber letztendlich mit ihrem Auto auf ihm stecken blieben. Der Unterboden ihres Fahrzeugs wurde beschädigt. Die SPD-Fraktion fordert daher, die Poller zu entfernen.

Kaldinski denkt sogar noch weiter: Bei einem Überfall auf die Sparkasse könnten die Täter mit ausreichend großen Fahrzeugen genau über diese Poller entkommen, während der Weg für die Wagen der Polizei blockiert bliebe, so der Zevener Polizeichef.

Viel schwerer wiege allerdings die Ungerechtigkeit, dass Bürger, die mit ihren Steuern für die Sanierung der Wege bezahlt haben, diese Straßen nicht nutzen können. Außer, sie besitzen einen Geländewagen.

Ausschussvorsitzender Ernst Behrens (CDU), auch Ortsbürgermeister von Westeresch, wies darauf hin, dass ohne diese Poller die Wirtschaftswege damals im Flurbereinigungsverfahren nie ausgebaut worden wären. Sie seien Bedingung gewesen, da es vor dem Beschluss 2003 Bedenken wegen des Naturschutzes gegeben habe. Bei einem Abbau müssten neben Naturschutz- und Verkehrsbehörde außerdem die Ortsräte von Westeresch und Jeersdorf mit einbezogen werden.

Die Ertüchtigung sollte von Anfang an keine Abkürzung ermöglichen, sondern den landwirtschaftlichen Verkehr aus dem Kernort Scheeßel raushalten, so Joachim Köhnken, Fachbereichsleiter für Bau und Planung. Autos sollen von den Wirtschaftswegen fern gehalten werden, da das Ausweichen der Fahrzeuge bei Gegenverkehr die Randbereiche der Straßen zu sehr belaste.

Des Weiteren gebe es aufgrund der Förderungen im Rahmen der Flurbereinigung eine Zweckbindungsfrist von zwölf Jahren, die erst im kommenden Jahr auslaufe. Bis dahin sei es nicht erlaubt, die Poller abzubauen. Ein Sicherheitsrisiko sieht Köhnken nicht. Die Sperrstelle sei ausreichend ausgeschildert. Wer darüber fährt, habe selber Schuld.

Mehr zum Thema:

Jeep Compass: Der kleine Häuptling sucht einen neuen Kurs

Jeep Compass: Der kleine Häuptling sucht einen neuen Kurs

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Meistgelesene Artikel

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Schüler des Ratsgymnasiums und der BBS beim „Management Information Game“

Schüler des Ratsgymnasiums und der BBS beim „Management Information Game“

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

Kommentare