Westerveseder Tierschützerin kämpft für Straßenhunde in Rumänien und wirbt um Sachspenden

„Das macht mich unfassbar traurig“

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Im strengen rumänischen Winter mit Temperaturen oft im zweistelligen Minusbereich erleiden die Tiere selbst in den notdürftig ausgestatteten Schutzcamps Qualen.

Westervesede - Von Lars Warnecke. Hunde mit abgetrennten Ohren oder aufgeschlitzten Rücken. Die Bilder, die die Westervesederin Ursula Neske (51) auf ihrem Laptop zeigt, zeugen von grausamer Brutalität. Es sind Aufnahmen, die im von hundefeindlicher Hysterie geplagten Rumänien entstanden sind. „Die Not und das Elend der Tiere dort machen mich unfassbar traurig,“ sagt die engagierte Tierschützerin, die die grausamen Zustände nicht tatenlos hinnehmen will.

Immer wieder sei sie im Internet auf Berichte von Tierschutzorganisationen gestoßen, in denen von grausamen Tierquälereien in dem Balkanland berichtet wird. „Es gibt dort eine regelrechte Hundeplage, allein in der Hauptstadt Bukarest wird die Zahl der Streuner wieder auf 65000 geschätzt“, sagt Neske. „Die Tiere gelten dort weniger als nichts – sie werden getreten, geschlagen und bis zu Tode gequält“, bringt Neske ihre Empörung zum Ausdruck.

Die Tierfreundin, selbst Halterin eines ehemaligen rumänischen Straßenhundes, konnte die grausamen Zustände nicht länger tatenlos mit ansehen. Intensiv hat sie sich mit der Lage streunender Hunderudel in Rumänien auseinandergesetzt – mit den Tötungsstationen auf der einen Seite, in denen die eingefangenen Tiere teils durch Frostschutzmittelinjektionen zur Strecke gebracht werden, und den Tierschutzaktivisten auf der anderen, die im Land Schutzcamps für Straßenhunde unterhalten und sich bemühen, die Vierbeiner aus den Tötungsstationen zu retten. „Entstanden ist das Problem ja Anfang der 1990er Jahre durch den massenhaften Umzug der Landbevölkerung in städtische Plattenbauten“, erklärt Neske, die im Netz mittlerweile in regem Austausch mit Gleichgesinnten steht. „Da dort keine Haustiere geduldet waren, wurden die Hunde einfach zurückgelassen.“ Die Tiere blieben oft sich selbst überlassen, sie bildeten Rudel, zogen sich in die Wälder zurück und vermehrten sich dort explosionsartig.

Selbst mehr als 20 Jahre später sei die stetige Fortpflanzung der wilden Hunde noch immer eines der Hauptprobleme. Sterilisationsprogramme sollen Abhilfe schaffen – kosten aber Geld, das oft nicht vorhanden ist. Auch andere Lösungen liegen auf dem Tisch: Die Vierbeiner werden von Tierschützern in andere Länder gebracht und in Privathaushalte vermittelt, oder aber sie werden gleich an Ort und Stelle getötet. Zeitweise habe das rumänische Parlament dies sogar zugelassen, nachdem im Sommer 2013 ein vierjähriges Kind in einem Bukarester Park von einem Hund totgebissen wurde. Der Verdacht fiel schnell auf einen der zahlreichen Straßenhunde. „Beweise dafür gibt es aber nicht“, sagt die 51-Jährige. Zwar hätte die Politik ihre Entscheidung inzwischen wieder zurückgenommen, „das brutale Morden und die Misshandlungen gehen aber dennoch weiter“, rekapituliert Ursula Neske die Informationen, die sie aus Presse und von Tierschützern gewonnen hat.

Vor einem Jahr dann machte die Westervesederin Nägel mit Köpfen. Um die oft dürftig ausgestatteten oder gar völlig zerstörten Schutzcamps materiell zu unterstützen, warb sie in der Öffentlichkeit um Sachspenden. Diese hortete sie zunächst auf ihrem Grundstück, um sie dann nach und nach über privat organisierte Transporte auf die Reise zu schicken. „Angeliefert wurde vor allem Futter, aber auch Verbandsmaterial, Medikamente, Decken, Transportboxen und Notfallkästen“, so Neske. Und der Strom reiße nicht ab. „Gerade letzte Woche noch hat jemand wieder Futter vorbeigebracht.“

Obwohl auf ihre Initiative hin bereits eine Menge Material zusammengekommen sei, nimmt die Tierfreundin auch in Zukunft Spenden entgegen. Wer etwas abzugeben hat, meldet sich unter 0162/2446846. Auch für Fragen zur Vermittlung rumänischer Straßenhunde steht Neske unter dieser Nummer zur Verfügung.

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