Westerholzer bauen Aussichtsplattform bei 72-Stunden-Aktion der Niedersächsischen Landjugend

Dorfjugend krempelt die Ärmel hoch

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Assistiert vom Agenten Stefan Klee (l.) durchschneidet der Dorfjugend-Vorsitzende Michael Miesner das obligatorische Band.

Westerholz - Von Hannes Ujen. Donnerstagabend in Westerholz: Agent Stefan Klee hält sich nicht lange mit Belanglosigkeiten auf, sondern liest der versammelten Dorfjugend sogleich deren Aufgabe für die 72-Stunden- Aktion der Niedersächsischen Landjugend (NLJ) vor: „Macht den Blick vom Bunkerberg für jedermann genießbar. Legt einen Weg an, um die Plattform sicher erreichen zu können. Zusätzlich sollt ihr eine Informationstafel zum Standort und zur Geschichte des Bunkers entwerfen und diese dann auch dort aufstellen.“

Kalt erwischt standen sie nun da, die etwa 30 Mitglieder der Westerholzer Dorfjugend, die sich für die Jahresaktion der NLJ angemeldet hatten. Und auch ihr Vorsitzender Michael Miesner schluckte: „Das mussten wir erst einmal kurz sacken lassen.“ Doch dann habe man sofort losgelegt, „denn 72 Stunden zur Bewältigung einer derart anspruchsvollen Aufgabe sind nicht viel“, so Miesner. Bis Pfingstsonntag, 18 Uhr, musste alles erledigt sein.

Seit 1995 wiederholt sich diese Szene in ähnlicher Form alle vier Jahre in unzähligen Dörfern Niedersachsens. „Den Namen erhält die Aktion durch ihre Dauer“, erläutert Lisa Wahlers, stellvertretende Landesvorsitzende der NLJ.

Innerhalb von 72 Stunden stelle sich die jeweilige Ortsgruppe einer ihr zuvor unbekannten Aufgabe. „Ein streng geheim gehaltener Agent sucht dann für jedes Dorf eine passende, am Interesse der Jugendlichen und des Dorfes orientierte Aufgabe.“ Ziel solle es dabei immer sein, etwas Bleibendes, Nachhaltiges für das Dorf zu schaffen und durch die Aktion die Gemeinschaft im Dorf zu stärken.

Obwohl den Westerholzern die Aufgabe im Vorfeld nicht bekannt war, hatten sich die gut vernetzten Jugendlichen durchaus schon Gedanken gemacht und einige Möglichkeiten durchgespielt. „Damit wir alle drei Tage und Nächte lang gut durchhalten und auch voll mitarbeiten konnten, haben wir uns um die Bereitstellung von Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Getränke gekümmert“, berichtet Carmen Sievers vom Verpflegungsteam.

Sichtlich begeistert vom Elan und Einsatz der Baumeister zeigte sich auch Ortsbürgermeister Wolfgang Kirschstein. An jedem Tag informierte sich dieser gleich mehrmals vor Ort über den zügigen Fortgang der Arbeiten.

So manche Pfingstausflügler werden sich dann am frühen Sonntagabend gewundert haben, welche Menschenmengen zum Bunkerberg pilgerten. Klar, denn die Westerholzer Mitbürger wollten doch wissen, ob ihre Dorfjugend die anspruchsvolle Aufgabe gelöst hatte.

Und es war tatsächlich vollbracht: Unter dem Beifall vor mehr als 200 Zuschauern durchschnitt Michael Miesner das obligatorische Band zum Treppenaufgang. „Sogar noch Stiefmütterchen haben sie am neu angelegten Weg zur Plattform gepflanzt“, bemerkte eine ältere Dorfbewohnerin.

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